Gerne diskutiere ich das Thema Genetische Vererbung in Bezug auf ADHS/ADS, basierend auf den vorliegenden Quellen.Gerne diskutiere ich das Thema Genetische Vererbung in Bezug auf ADHS/ADS, basierend auf den vorliegenden Quellen.

Die genetische Vererbung spielt eine zentrale und bestimmende Rolle bei der Entstehung des ADHS/ADS-Typs.

1. ADHS/ADS als genetischer Typ (Genotyp)

ADHS/ADS wird als ein Genotyp oder genomischer Typ beschrieben.

  • Es handelt sich dabei nicht um ein einzelnes Gen, sondern um viele Gene, die zusammenwirken und die Rolle spielen.
  • Diese Gene werden immer vererbt.
  • Dr. Davatz befasst sich seit über 40 Jahren mit diesem Menschentyp und behauptet entschieden, dass ADHS/ADS immer genetisch vererbt ist.

2. Auswirkungen der Vererbung und Neurodiversität

Der ADHS/ADS-Typ ist ein spezifischer Neurotyp.

  • Dieser Menschentyp ist durch die Vererbung bedingt und neigt zu einer schwierigeren Stressverarbeitung. Sie sind vulnerabler (verletzlicher) in Bezug auf Stress.
  • Der ADHS/ADS-Typ wird als sensibler Neurotyp beschrieben, der empfindlicher ist.
  • Historische Präsenz: Die ADHS/ADS-Gene waren immer schon vorhanden und sind keine Modeerscheinung. Zur Zeit der Jäger und Sammler gab es demnach sogar 50% ADHS/ADS-Gene, während es heute nur noch etwa 5% sind. Diese Gene wurden selektioniert.
  • Evolutionärer Vorteil: Im Mittelmeerraum, beispielsweise, haben sich die ADHS/ADS-Gene als Vorteil bestätigt, möglicherweise weil diese Menschen gut im Multitasking sind und eine breite Aufmerksamkeit besitzen, die es ihnen ermöglicht, Gefahren schnell zu sehen.

3. Familiengeschichte und Blutsverwandtschaft

Die genetische Vererbung kann durch die Analyse der Familiengeschichte sichtbar gemacht werden.

  • Dr. Davatz schaut in ihrer Praxis immer drei Generationen an.
  • Dabei stellt sie fest, dass in diesen Blutlinien oft psychische Störungen wie Alkoholismus, Schizophrenie oder bipolare Störungen auftraten, bevor die Enkelkinder mit ADHS/ADS diagnostiziert werden.
  • Man kann in der Blutlinie zurückschauen und sehen, woher diese Veranlagung kommt.
  • Kinder der gleichen Eltern haben nicht exakt die gleiche Mischung der Gene, aber eine ähnliche.

4. Genetische Veranlagung vs. Epigenetik und Trauma

Obwohl ADHS/ADS primär genetisch bedingt ist, wird die Rolle der Umwelt und erworbener Faktoren durch die Epigenetik ergänzt.

  • Genetik zuerst: ADHS/ADS selbst wird genetisch vererbt und ist keine traumatische, epigenetische Angelegenheit.
  • Potenzielle Veranlagungen: In den Genen existieren potentielle Veranlagungen, die eventuell nicht aktiv sind, aber plötzlich auftreten können, wenn ein starkes Drama hinzukommt.
  • Epigenetik als Einfluss: Die Epigenetik kommt zur Genetik hinzu. ADHS/ADSler sind aufgrund ihrer hohen Sensibilität sehr viel vulnerabler für epigenetische Vererbung.
  • Trauma-Weitergabe: Großeltern können Traumatas an ihre Kinder und diese wiederum an ihre Kinder weitergeben.

Der genetische ADHS/ADS-Typ kann daher als übergeordnet betrachtet werden, während andere psychische Störungen, die sich daraus entwickeln, als Folgekrankheiten oder untergeordnete Krankheiten angesehen werden, wenn ein nicht-artgerechter Umgang oder Stress hinzukommt.

5. Forschung zur Interaktion von Genen und Umfeld

Aktuell läuft eine Studie, an der Dr. Davatz beteiligt ist, um die genetischen Grundlagen und deren Interaktion mit dem Umfeld zu untersuchen.

  • Die Studie (mit Prof. Dr. med. Marc Walter und Prof. Dr. med. Sven Cichon) umfasst die Entnahme von Blut oder Speichel für einen Gentest, sowie die Betrachtung der Erziehung und des Umgangs mit den Betroffenen.
  • Ziel ist es, die Interaktion zu sehen: Wie wurde mit diesen Kindern umgegangen und was ergibt sich daraus?

https://adhs.expert/wp-content/uploads/2025/10/Rigi_Buchvorstellung_2.10.2025.m4a.pdf