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Dr.med. Ursula Davatz

19.11.2024
Autismus-Spektrum Persönlichkeit
Audio

[00:00:00.730] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich begrüsse sie alle ganz herzlich zu dem zweitletzten Mal.

[00:00:05.010] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich komme dann noch einmal und ich bin natürlich sehr neugierig, wie sie es
weitermachen mit der Weiterbildung. Das nimmt mich wunder. Ich hoffe jemand sagt mir
noch etwas darüber.

[00:00:17.670] – Dr.med. Ursula Davatz
Das Thema heute ist Autismus-Spektrum-Krankheit.

[00:00:22.360] – Dr.med. Ursula Davatz
Man sagt Autismus-Spektrum, wenn man nicht so genau das Krankheitsbild in ein
Schema rein tun kann. Dann spricht man von Spektrum.

[00:00:34.900] – Dr.med. Ursula Davatz
So kann man mehr rein tun und es muss nicht so genau abgegrenzt sein.

[00:00:42.110] – Dr.med. Ursula Davatz
Dann wird es ein bisschen einfacher.

[00:00:44.580] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich persönlich erkläre die Krankheiten immer funktionell.

[00:00:59.450] – Dr.med. Ursula Davatz
Je länger ich in der Psychiatrie bin, umso weniger achte ich auf die Diagnose.

[00:01:03.290] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Diagnose ist eigentlich etwas, um unter Fachleuten miteinander zu reden.

[00:01:07.910] – Dr.med. Ursula Davatz
Im Umgang mit dem Menschen ist es immer eine gewisse Stigmatisierung und es
grenzt einem ein.

[00:01:26.980] – Dr.med. Ursula Davatz
Das Wort Autismus wurde ursprünglich für Schizophreniekranke verwendet und hat
beschrieben, dass man zurückgezogen ist, dass man nicht mehr kommuniziert, dass
man nicht mehr an den Menschen heran kommt, dass er ein autistisches Verhalten
zeigt.

[00:01:49.150] – Dr.med. Ursula Davatz
Hans Asperger war ein Kinderarzt.

[00:01:49.633] – Dr.med. Ursula Davatz
https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Asperger

[00:01:50.020] – Dr.med. Ursula Davatz
Er wollte im letzten Weltkrieg die Kinder vor der Vernichtung schützen.

[00:02:00.050] – Dr.med. Ursula Davatz
Er hat gesagt: die Asperger-Kinder sind ganz speziell gescheite Kinder und die dürft ihr
doch nicht vernichten, sonst geht euch etwas verloren.

[00:02:10.260] – Dr.med. Ursula Davatz
So hat man Asperger immer zusammen mit höherer Intelligenz in Verbindung gebracht.

[00:02:16.710] – Dr.med. Ursula Davatz
Beim Autismus gibt es auch sehr intelligente Personen.

[00:02:21.690] – Dr.med. Ursula Davatz
Man kann auch autistisches Verhalten haben, ohne dass man hochintelligent ist.

[00:02:28.080] – Dr.med. Ursula Davatz
Beim Wort Autismus-Spektrums-Störung, da redet man auch nicht von der Intelligenz,
sondern nur vom Verhalten.

[00:02:37.560] – Dr.med. Ursula Davatz
Das Verhalten kann bei geistig Behinderten auftreten und das Verhalten kann aber auch
bei Hochintelligenten auftreten.

[00:02:49.590] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich zitiere immer wieder die genetische Studie, die Genome Wide Association Studies
(GWAS).

[00:02:56.350] – Dr.med. Ursula Davatz
Da hat man fünf Krankheitsbilder, genetisch untersucht.

[00:03:01.690] – Dr.med. Ursula Davatz
Es ist herausgekommen, dass Autismus und ADHS/ADS, dass die den gleichen
veränderten Genlocus haben.

[00:03:12.380] – Dr.med. Ursula Davatz
Offiziell unterscheidet man in der Genetik noch nicht zwischen ADHS und ADS.

[00:03:23.630] – Dr.med. Ursula Davatz
Kann man das überhaupt unterscheiden oder nicht? Haben die das gleiche Genom?

[00:03:30.560] – Dr.med. Ursula Davatz

Das unterschiedliche Verhalten, der ADHSler, der ist eher nach aussen aggressiv,
extrovertiert und geht auf die Leute los. Der packt alles an.

[00:03:44.990] – Dr.med. Ursula Davatz
Der ADSler ist eher der scheue Typ, wartet, überlegt. Er hat seine Hyperaktivität im
Kopf.

[00:03:57.310] – Dr.med. Ursula Davatz
Autisten sind ADSler. Sie ziehen sich zurück, sie denken viel.

[00:04:15.670] – Dr.med. Ursula Davatz
ADS und Autismus haben den gleichen veränderten Genlocus. Somit liegt es auf der
Hand, dass die zusammen gehören.

[00:04:21.710] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn man die Diagnose "Autismus" stellt, haben die Autisten neben dem starken
Nachdenken auch noch Probleme im Spracherwerb.

[00:04:39.220] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie haben eine leichte Störung im Sprachzentrum, sie erwerben die Sprache nicht so
leicht. Dadurch können sie auch nicht so gut kommunizieren.

[00:04:56.270] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn man nicht weiss, was man sagen möchte oder länger prozessieren muss, um zu
wissen, was man sagen will, dann ist das ein Problem. Dann gibt es eine Verzögerung
in der Kommunikation.

[00:05:10.580] – Dr.med. Ursula Davatz
Es gibt ein Buch von Franca Parianen.

[00:05:11.110] – Dr.med. Ursula Davatz
https://de.wikipedia.org/wiki/Franca_Parianen

[00:05:18.780] – Dr.med. Ursula Davatz
„Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich höre, was ich sage?"

[00:05:24.490] – Dr.med. Ursula Davatz
Wir können viel denken, aber wenn wir es noch nicht ausgesprochen haben, wird es im
Hirn noch nicht so registriert.

[00:05:25.250] – Dr.med. Ursula Davatz
Man muss es entweder aussprechen oder aufschreiben.

[00:05:38.400] – Dr.med. Ursula Davatz
In der verbalen Kommunikation, wenn dann der ADSler, Autist, wenn er/sie sich noch
nicht getraut haben auszusprechen, weiss er auch nicht genau was er denkt. Dann
kann er/sie sich nicht so genau orientieren. Dann kann keine Entscheidung getroffen
werden.

[00:05:46.130] – Dr.med. Ursula Davatz
Über die Autisten sagt man auch: sie wollen immer alles sehr genau haben.

[00:06:10.570] – Dr.med. Ursula Davatz
Löffel und Kaffeetasse müssen immer am gleichen Ort sein.

[00:06:16.300] – Dr.med. Ursula Davatz
Der Stuhl in der Familie ist immer am gleichen Ort.

[00:06:22.970] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie haben gerne eine fixe Struktur.

[00:06:31.780] – Dr.med. Ursula Davatz
Das ist Ausdruck von einer schnellen Verunsicherung.

[00:06:36.460] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie brauchen sehr viel Struktur um sich orientieren zu können.

[00:06:51.160] – Dr.med. Ursula Davatz
Es kann passieren, wenn man die Struktur spontan ändert, dass es zu einem
Wutausbruch kommt oder eine Verweigerung oder beides.

[00:06:52.210] – Dr.med. Ursula Davatz
Es kann auch zu einer Agnosie kommen.

[00:07:02.300] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie nehmen das Gegenüber nicht so gut wahr. Sie können die Mimik nicht so gut lesen.

[00:07:06.660] – Dr.med. Ursula Davatz
Nicht alle Autisten haben eine Agnosie.

[00:07:09.730] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn sie das noch zusätzlich haben, erschwert dies natürlich noch mal die
Kommunikation.

[00:07:15.190] – Dr.med. Ursula Davatz
Es ist relativ schwierig, mit sogenannten Autisten zu kommunizieren, weil sie nicht so
klar sind für einem. Man weiss nicht so genau, was bei ihnen vorgeht.

[00:07:35.860] – Dr.med. Ursula Davatz
Bei den Autisten spielt das Umfeld eine grosse Rolle.

[00:07:43.320] – Dr.med. Ursula Davatz
Katrin Terwiel hat gesagt, sie fände das nicht hilfreich, dass man extrovertiert und
introvertiert unterscheidet, also dass man die Typologie macht.

[00:07:53.190] – Dr.med. Ursula Davatz
Der Autist ist introvertiert.

[00:07:59.260] – Dr.med. Ursula Davatz
Das kann sich auch verändern.

[00:08:06.040] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich frage mich: leben Autisten so stark zurückgezogen, weil ihr Umfeld so überaktiv ist?

[00:08:07.050] – Dr.med. Ursula Davatz
Da wo ich autistisches Verhalten beobachten kann, hat es oft im Umfeld eine
hyperaktive Mutter gehabt, die immer für das Kind redet, die alles für das Kind
entscheidet, sodass das Kind nicht mehr zum Reden kommt; oder ein hyperaktives
Geschwister.

[00:08:33.130] – Dr.med. Ursula Davatz
Das Umfeld bestimmt das Verhalten von dem Autisten stark mit. Das ist nicht einfach
ein Charakter, der durch das ganze Leben gleich bleibt, also ein Persönlichkeitstyp, der
immer gleich bleibt.

[00:08:50.680] – Dr.med. Ursula Davatz
Sicher liegt etwas zu Grunde. Sie sind eher vorsichtig, eher scheu.

[00:08:56.240] – Dr.med. Ursula Davatz
In einer Studie hat man die Kinder ab sieben Monaten untersucht. Man hat ein Video
gesehen. Ein Kind ist durch die Türe reingekommen und hat gleich alles angeschaut,
das ist der extrovertierte Typ, ADHS.

[00:08:57.360] – Dr.med. Ursula Davatz
Das andere Kind wollte nicht durch die Türe gehen.

[00:09:09.260] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Mutter wollte brav sein und das Kind vorführen wollen und hat das Kind
reingerissen.

[00:09:20.320] – Dr.med. Ursula Davatz
Das darf man sicher nicht tun mit Autisten.

[00:09:26.300] – Dr.med. Ursula Davatz
Autisten sind sehr sensibel auf Fremdbeeinflussung und reagieren bei der
Fremdbeeinflussung mit Rückzug, Verweigerung. Wenn man sie allzu stark stösst,
können sie auch aggressiv werden. Dann kann es auch zu einem Sturm kommen.

[00:09:32.230] – Dr.med. Ursula Davatz
Man sagt immer: Autisten haben keine Empathie. Sie können die Mimik des anderen
nicht lesen.

[00:09:47.120] – Dr.med. Ursula Davatz
Henry Markram hat einen Autistischen Sohn.

[00:09:48.320] – Dr.med. Ursula Davatz
https://de.wikipedia.org/wiki/Henry_Markram

[00:10:18.710] – Dr.med. Ursula Davatz
Henry Markram wollte herausfinden was bei den Autisten läuft. Er kam zum Schluss,
dass Autisten sehr viel Empathie haben, sie haben vielleicht sogar zu viel Empathie.

[00:10:35.810] – Dr.med. Ursula Davatz
Man sagt, dass ADSler keine gute Filterfunktion, keine Reizabschirmung haben. Sie
haben ein sehr offenes Wahrnehmungsfeld. Hier spreche ich von der breiten
Wahrnehmung. ADSler nehmen immer alles wahr. Sie nehmen die Stimmung in einem
Zimmer sofort wahr.

[00:10:36.280] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn man keine Reizabschirmung hat und so eine offenes Wahrnehmungsfeld, kann
es passieren, dass die Autisten schnell überfordert sind.

[00:10:58.270] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich spreche von der breiten Wahrnehmung. System Overload.

[00:11:17.330] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn man im Zustand der Systemüberhitzung ist, wenn das limbische System, wenn
das Gefühlshirn überladen ist mit der Verarbeitung aller Eindrücke, dann kommt die
Systemüberhitzung und dann wird gar nichts mehr wahrgenommen.

[00:11:46.770] – Dr.med. Ursula Davatz
Das können sie auch bei sich beobachten, wenn ihnen etwas zu viel wird, wenn sie
zuviele Reize haben, zu viele Aufgaben, zu viel Stress, dann sagt man: geh weg, ich
mag nicht mehr. Dann muss man sich abschirmen.

[00:11:53.900] – Dr.med. Ursula Davatz
Autisten müssen sich schneller abschirmen und mehr abschirmen, weil sie eine
breitere Wahrnehmung haben.

[00:11:54.020] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich vergleiche gerne mit der Tierwelt.

[00:12:03.130] – Dr.med. Ursula Davatz
Ein Pferd ist auch ein sensibles Wesen. Das Pferd ist ein Fluchttier. Wenn Pferde auf
der Strasse einen Wagen ziehen, zieht man dem Pferd Scheuklappen an.

[00:12:23.400] – Dr.med. Ursula Davatz
Autisten haben keine guten Scheuklappen. Die merken alles.

[00:12:26.650] – Dr.med. Ursula Davatz

Das führt schnell zu einem System Overload. Dann funktioniert ihr System nicht mehr
richtig. Dann nehmen sie auch nichts mehr war.

[00:12:26.810] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn ADHS/ADSler einen Hyperfokus haben, ist das fast wie Scheuklappen. Dann sind
sie nur noch auf das fokussiert und sehen auch wieder nichts mehr, sind nicht mehr
empathisch, weil sie so auf ihre Sache fokussiert sind.

[00:12:51.940] – Dr.med. Ursula Davatz
Das Gehirn kann das auch selber machen, wenn sie sich mit etwas beschäftigen.

[00:13:10.760] – Dr.med. Ursula Davatz
Der zerstreute Professor nimmt den WC-Deckel mit anstatt seine Brieftasche.

[00:13:53.330] – Dr.med. Ursula Davatz
Heute wird die Autismus-Spektrum-Krankheit (ASS) viel mehr diagnostiziert.

[00:14:02.310] – Dr.med. Ursula Davatz
Früher wurde das nicht so viel diagnostiziert.

[00:14:11.540] – Dr.med. Ursula Davatz
Heute diagnostizieren sich die Laien gegenseitig.

[00:14:17.360] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich erlebe häufig, dass mir die Frauen sagen: mein Mann ist ein wenig ein Autist. Der
hört mich nicht, wenn ich etwas brauche. Der nimmt gar nichts wahr. Der nimmt auch
nichts von den Kindern wahr. Der ist nur bei seiner Sache.

[00:14:23.920] – Dr.med. Ursula Davatz
Klar ein Mann mit einer anspruchsvollen Arbeit, der fokussiert sich nur auf seine Arbeit.
Das wirkt auf die Frau autistisch.v

[00:14:39.880] – Dr.med. Ursula Davatz
Im Volksmund höre ich, dass man es mehr über die Männern sagt. Die Frauen sagen
es meistens von den Männern.

[00:14:51.550] – Dr.med. Ursula Davatz
Vielleicht haben Frauen und Männer auch eine etwas andere Wahrnehmung.

[00:14:57.820] – Dr.med. Ursula Davatz
Elena Brivio hat Rattenhirne unter Stress untersucht.

[00:14:57.910] – Dr.med. Ursula Davatz
https://www.cell.com/cell-reports/fulltext/S2211-1247(23)00885-9

[00:14:57.960] – Dr.med. Ursula Davatz
Das weibliche Rattenhirn hat vermehrt Oligodendrozyten gemacht, das heisst, hat eine
grössere Vernetzung gemacht, es hat nach Lösungen gesucht.

[00:15:20.180] – Dr.med. Ursula Davatz
Das männliche Gehirn wurde mehr autistisch.

[00:15:29.630] – Dr.med. Ursula Davatz
Das männliche Gehirn hat eine Vereinfachung gemacht.

[00:15:34.090] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich mache mich immer darüber lustig: die Frauen Suchen nach Lösungen und die
Männer fahren gegen die Wand oder machen Krieg.

[00:15:47.600] – Dr.med. Ursula Davatz
Im Krieg haben wir nur ein Ziel: man will den anderen besiegen.

[00:15:53.300] – Dr.med. Ursula Davatz

Das geht heute in der globalisierten Welt nicht mehr.

[00:15:53.560] – Dr.med. Ursula Davatz
Es gibt aber noch genügend Männer, die das versuchen.

[00:15:53.700] – Dr.med. Ursula Davatz
Es gibt hier eine unterschiedliche Reaktivität beim Mann und der Frau.

[00:16:12.080] – Dr.med. Ursula Davatz
Das kann sich ändern, dann muss nicht so bleiben. Hier ist genetisch etwas
vorprogrammiert.

[00:16:26.520] – Dr.med. Ursula Davatz
Frauen werden eher still und brechen in Tränen aus, so bauen wir unseren Stress ab.

[00:16:30.640] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Männer machen eher Krieg oder werden verrückt.

[00:16:33.770] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn man einen Autisten mit Argumenten in die Ecke treibt, kann er auch ausrasten.
Dann ist er nicht mehr ruhig, dann macht er einen Raptus. Das ist Selbstverteidigung.

[00:16:34.290] – Dr.med. Ursula Davatz
Die vier Stress Reflexe, welche über das emotionale Hirn, das Kleinhirn, Reptilienhirn
ablaufen sind: Kampf, Flucht, Totstellreflex, Necken.

[00:16:48.849] – Dr.med. Ursula Davatz
Der Autist macht den Totstellreflex.

[00:16:48.930] – Dr.med. Ursula Davatz
Necken tut der Autist höchstens auf sehr intellektueller Ebene, feiner Spass.

[00:17:52.610] – Dr.med. Ursula Davatz
Autistisches Verhalten gleicht dem Todesstellreflex.

[00:17:57.870] – Dr.med. Ursula Davatz
Mit dem Todstellreflex nimmt man alles wahr, aber reagiert nicht mehr.

[00:18:01.130] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Wahrnehmung ist nicht getrübt. Man befindet sich nicht in einem Koma drinnen. Der
Autist nimmt alles genauestens wahr, ist aber nicht mehr handlungsfähig, nicht mehr
kommunikationsfähig.

[00:18:31.230] – Dr.med. Ursula Davatz
Warum wird heute so viel mehr Autismus diagnostiziert?

[00:18:35.880] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn ich so ein bisschen in die Welt hinaus schaue, in die Berufswelt, sind wir sehr auf
Effizienz, auf Geschwindigkeit aus, es muss alles immer rendieren, es muss geleistet
werden. Wir sind sehr schnell unterwegs.

[00:18:48.910] – Dr.med. Ursula Davatz
Mit der Geschwindigkeit blockiert der Autist.

[00:18:55.590] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich vergleiche wieder mit dem ADHS/ADSler.

[00:19:06.180] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie analysieren die Dinge sehr genau, bevor sie entscheiden.

[00:19:06.240] – Dr.med. Ursula Davatz
In einem Quali-Gespräch wird man immer nach Quantität und Qualität gefragt.

[00:19:40.220] – Dr.med. Ursula Davatz
ADSler sind punkto Geschwindigkeit nicht so gut. Wenn man sie drängt, dann blockiert
es.

[00:19:40.890] – Dr.med. Ursula Davatz
Die moderne Welt ist auf Geschwindigkeit aus.

[00:19:41.240] – Dr.med. Ursula Davatz
So fallen die ADSler aus dem Netz oder sind Sand im Getriebe. Das ist ein Problem.

[00:19:41.590] – Dr.med. Ursula Davatz
Scheue Kinder werden in der Schule schnell zum Mobbing Opfer.

[00:19:41.930] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie sind wunderbare Projektionsobjekte, man kann alles auf sie projizieren, man weiss,
sie wehren sich nicht. Sie ziehen sich nur zurück.

[00:20:19.190] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie ziehen sich zurück, sie reagieren nicht.

[00:20:21.820] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie machen dann Schulverweigerung und dann werden sie bestraft für das.

[00:20:30.160] – Dr.med. Ursula Davatz
Menschen, welche heutzutage vermehrt, viel denken, schön, langsam, denken, werden
eher überfahren.

[00:20:41.840] – Dr.med. Ursula Davatz
Albert Einstein hat bis er fünf Jahre alt war nicht gesprochen. Er ist wohl ein Autist
gewesen. Kinder die nicht sprechen, werden als Autist bezeichnet.

[00:20:51.970] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn Albert Einstein gearbeitet hat, hat er vergessen zu trinken zu schlafen, zu essen.

[00:20:59.140] – Dr.med. Ursula Davatz
Seine Frau musste ihm sagen: jetzt musst du Essen kommen, schlafen gehen, trinken
gehen, etc. Das ist der Hyperfocus, welcher die Autisten haben können.

[00:21:14.280] – Dr.med. Ursula Davatz
Ein intelligenter Autist kann in der Forschung sehr viel leisten, weil er so gut fokussieren
kann. Man darf ihn aber nicht stören.

[00:21:19.400] – Dr.med. Ursula Davatz
Das ist der zerstreute Professor.

[00:21:25.780] – Dr.med. Ursula Davatz
Unsere Gesellschaft hat nicht viel Verständnis für Langsamere Menschen. Die
langsameren Menschen werden gejagt, dann blockiert es und dann werden diese
Menschen krank.

[00:21:45.620] – Dr.med. Ursula Davatz
Es würde uns gut tun, dass wir von selbst wieder ein wenig verlangsamen; nicht mit
dem Stress und der Kompetition drauf los rennen.

[00:21:55.540] – Dr.med. Ursula Davatz
Wie soll man mit Autisten umgehen?

[00:21:55.800] – Dr.med. Ursula Davatz
Teilnehmende Beobachtung.

[00:22:19.690] – Dr.med. Ursula Davatz

Verstehen sie diesen Begriff?

[00:22:21.300] – Dr.med. Ursula Davatz
Diesen Begriff verwendet man beim Sozialverhalten der Tiere.

[00:22:21.740] – Dr.med. Ursula Davatz
Ein Tier kann nicht sprechen.

[00:22:30.900] – Dr.med. Ursula Davatz
Tiere kommunizieren untereinander. Wir verstehen ihre Sprache nicht so gut.

[00:22:37.780] – Dr.med. Ursula Davatz
Der Gorillaforscher Jörg Hess hat von den Gorillas 50 Zeichen gelernt. So konnte er mit
ihnen sprechen.

[00:23:01.130] – Dr.med. Ursula Davatz
Ein Elefant kann 60 Wörter lernen. Hund und Katze können auch Wörter lernen, jedoch
niemals so reich wie unsere Sprache.

[00:23:01.560] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn man Tiere beobachtet und verstehen möchte, muss man eine teilnehmende
Beobachtung machen. Man muss mit ihnen zusammen leben, man muss sie
beobachten und schauen, wie man mit ihnen kommunizieren kann. Man muss von
ihnen abschauen, wie sie kommunizieren.

[00:23:33.260] – Dr.med. Ursula Davatz
Um eine teilnehmende Beobachtung zu machen, muss man zuerst hinschauen.

[00:23:34.710] – Dr.med. Ursula Davatz
Man kann nicht gleich behandeln und sie in eine Richtung drängen.

[00:23:38.490] – Dr.med. Ursula Davatz
Man muss sie zuerst verstehen lernen.

[00:23:44.370] – Dr.med. Ursula Davatz
Ein Beispiel von einer Heilpädagogin.

[00:23:48.620] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Heilpädagogin sollte für ein Kind ein Programm machen. Die Lehrerin hat das
verlangt.

[00:23:49.270] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Heilpädagogin hat gesagt: ich kann doch kein Programm machen. Ich kenne das
Kind noch gar nicht.

[00:24:00.070] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Lehrerin hatte die Vorstellung: man kann einfach ein Programm machen, für jedes
Kind das Gleiche und das geht dann.

[00:24:06.020] – Dr.med. Ursula Davatz
Das geht eben genau nicht!

[00:24:07.940] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn man an dieser Stelle mit einer Durchschnittsgrösse für alle operiert, funktioniert
es nicht.

[00:24:08.190] – Dr.med. Ursula Davatz
Wir müssen uns zuerst verlangsamen, wir müssen beobachten können und dann
allmählich in die Kommunikation reinkommen.

[00:24:12.810] – Dr.med. Ursula Davatz
Es gibt interessante Beobachtungen aus der Tierwelt. Man nennt das Soziobiologie.

[00:24:27.100] – Dr.med. Ursula Davatz
Jane Goodall, Frans De Waal, Dian Fossey, alles sehr gute BeobachterInnen der
Tierwelt.

[00:24:35.800] – Dr.med. Ursula Davatz
Mit den Tieren müssen wir beobachten. Dort können wir nicht fragen: was ist eigentlich
dein Problem? Wie müssen schauen und beobachten und dann unsere Schlüsse
ziehen.

[00:24:36.220] – Dr.med. Ursula Davatz
Es gibt die Marte Meo Methode.

[00:24:54.182] – Dr.med. Ursula Davatz
https://martemeo.ch/was-ist-marte-meo/

[00:25:09.230] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Marte Meo Methode wurde bei Behinderten Kindern angewendet, aber man kann
sie überall anwenden.

[00:25:14.310] – Dr.med. Ursula Davatz
Bei der Marte Meo Methode schaut man genauer hin. Das was man meint verstanden
zu haben, das sagen.

[00:25:17.880] – Dr.med. Ursula Davatz
Das Gegenüber wird validiert.

[00:25:23.960] – Dr.med. Ursula Davatz
Das kann man auch beim Autist anwenden.

[00:25:30.010] – Dr.med. Ursula Davatz

Man interagiert irgendwie und fragt: verstehe ich dich jetzt richtig, möchtest du lieber
das als das? Möchtest du das lieber nicht?

[00:25:35.880] – Dr.med. Ursula Davatz
Man geht auf die emotionale Kommunikation und muss auch auf diese hören. Man
muss sie spüren.

[00:25:36.490] – Dr.med. Ursula Davatz
Mit der Marte Meo Methode wird das sehr sorgfältig gemacht.

[00:25:40.200] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich habe für eine gewisse Zeit für Ivan Boszormenyi-Nagy Deutsch auf Englisch und
Englisch auf Deutsch übersetzt.

[00:25:40.265] – Dr.med. Ursula Davatz
https://de.wikipedia.org/wiki/Iv%C3%A1n_B%C3%B6sz%C3%B6rm%C3%A9nyi-Nagy

[00:25:40.200] – Dr.med. Ursula Davatz
Er war Familientherapeut. Alles wurde zwei Mal gesagt. Das ist interessant. Das hat
den ganzen Prozess verlangsamt.

[00:25:40.380] – Dr.med. Ursula Davatz
Das hilft einem sorgfältiger zu beobachten, sorgfältiger zu analysieren.

[00:26:12.300] – Dr.med. Ursula Davatz
Dann kommt man vielleicht zu einem besseren Resultat.

[00:26:19.030] – Dr.med. Ursula Davatz
Man muss den anderen validieren, man kann ihm nicht einfach ein Konzept
überstülpen.

[00:26:20.260] – Dr.med. Ursula Davatz
Man darf sich selber einbringen.

[00:26:25.710] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich bringe allen Müttern immer bei: sie dürfen etwas sagen, aber nicht erziehen wollen.
Nichts erreichen wollen. Nur eine Haltung haben, etwas sagen, wie man es sieht und
dem Gegenüber überlassen, damit das Gegenüber darauf reagieren kann. Das ist
schwierig.

[00:26:58.770] – Dr.med. Ursula Davatz
Jede Kommunikation ist darauf ausgerichtet beim anderen etwas zu bewirken.

[00:27:07.450] – Dr.med. Ursula Davatz
Bei den Autisten müssen wir das zurück nehmen. Wir müssen ins Leere
kommunizieren. Den anderen nicht beeinflussen wollen.

[00:27:14.300] – Dr.med. Ursula Davatz
Durch ihre Hochsensibilität fühlen sie sich sofort überrannt, in die Ecke gedrückt. Dann
gibt es wieder Rückzug.

[00:27:33.740] – Dr.med. Ursula Davatz
Kommunizieren ja, aber nicht beeinflussen wollen.

[00:27:45.770] – Dr.med. Ursula Davatz
Alles was sie beeinflussen wollen, ist schon zuviel für die.

[00:27:46.210] – Dr.med. Ursula Davatz
Man kann es auch über andere Kommunikationsmittel versuchen.

[00:27:47.950] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn man autistische Kinder hat, kann man es mit Musik versuchen.

[00:27:56.760] – Dr.med. Ursula Davatz
Es gibt Musiktherapeuten.

[00:27:58.070] – Dr.med. Ursula Davatz
Da kann man sagen: welches Instrument willst du heute oder er wählt gleich selber aus
und dann wählt man etwas dazu und dann wird nonverbal über die Musik kommuniziert.

[00:28:08.880] – Dr.med. Ursula Davatz
Das können nicht alle in ihrem Job.

[00:28:14.940] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie können auch über die Arbeit kommunizieren.

[00:28:16.570] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie können sagen: heute muss ich das machen, was davon möchtest du gerne
übernehmen?

[00:28:23.120] – Dr.med. Ursula Davatz
ADHS/ADSler müssen in die Entscheidungsfindung miteinbezogen werden.

[00:28:23.460] – Dr.med. Ursula Davatz
Nicht sagen: mach das, mach das, mach das.

[00:28:35.260] – Dr.med. Ursula Davatz
Alle Befehle sind schon ein Übergriff, weil die so eine dünne Wand haben.

[00:28:44.140] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie können mit einem Autisten auch kommunizieren über: welchen Filmstar findest du
gut? Welches Lied?

[00:28:53.770] – Dr.med. Ursula Davatz
Dass man über ein Objekt geht.

[00:28:56.020] – Dr.med. Ursula Davatz
Nicht: was willst du?

[00:28:57.360] – Dr.med. Ursula Davatz
Sondern: was hörst du gerne?

[00:28:57.870] – Dr.med. Ursula Davatz
Das mache ich mit Personen, die nur sehr schwierig erreichbar sind.

[00:28:58.130] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich frage sie eher nach Fernseh Serien oder TikTok und lasse mir erzählen, was sie dort
sehen.

[00:29:11.590] – Dr.med. Ursula Davatz
Es heisst ja: sage mir, mit wem du gehst und dann weiss ich, wer du bist.

[00:29:20.048] – Dr.med. Ursula Davatz
Johann Wolfgang von Goethe.

[00:29:20.660] – Dr.med. Ursula Davatz
Man geht über ein Drittes Objekt. Das ist oft hilfreich.

[00:29:26.320] – Dr.med. Ursula Davatz
Der direkte Kontakt wird nicht gut ausgehalten. Je nachdem halten sie auch den
direkten Blickkontakt nicht aus.

[00:29:26.720] – Dr.med. Ursula Davatz
Man geht über ein drittes Objekt. Das ist oft hilfreich.

[00:29:35.530] – Dr.med. Ursula Davatz
Hunden darf man auch nicht in die Augen schauen, sonst kriegen sie Angst.

[00:29:40.110] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Weissbüscheläffchen werden verlegen, wenn man sie direkt anschaut. Sie kratzen
sich dann.

[00:29:41.430] – Dr.med. Ursula Davatz
Wir Menschen machen etwas mit den Haaren, oder sonst etwas.

[00:29:41.800] – Dr.med. Ursula Davatz
Der Kontakt darf nicht so konfrontativ sein, sondern vielleicht über etwas anderes.

[00:30:06.130] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn man mit Autisten kommuniziert darf man nie in einem stark erregten Zustand
sein.

[00:30:12.400] – Dr.med. Ursula Davatz
Sobald sie emotional unruhig sind, dann geht gar nichts mehr. Die sind selber schon so
schnell in dem übererregten Zustand, wenn sie selber erregter sind, dann blockiert es.
Es blockiert oder das Gegenüber wir aggressiv.

[00:30:23.940] – Dr.med. Ursula Davatz
Man muss immer emotional neutral sein, wenn man mit Autisten kommuniziert. Die
merken den feinsten Ton in der Kommunikation. Man sagt: c'est le ton, qui fait la
Musique. Das merken die sofort und dann blockiert es oder sie werden aggressiv. Es
gibt beides.

[00:30:58.290] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn sie sich über etwas aufregen, lieber nichts sagen, warten bis sie beruhigt sind
und dann absolut ruhig etwas sagen.

[00:30:58.630] – Dr.med. Ursula Davatz
Nie etwas in einem aggressiven Tonfall sagen. Das blockiert die Kommunikation.

[00:31:04.580] – Dr.med. Ursula Davatz
Den Müttern sage ich: nicht dem Kind etwas befehlen, wenn sie noch in einem erregten
Zustand sind. Dann giesst man nur Öl ins Feuer. Warten bis sie sich beruhigt haben und
dann ganz ruhig etwas sagen. Dann dürfen sie alles sagen.

[00:31:55.490] – Dr.med. Ursula Davatz
Man kann sie zur Mithilfe bitten aber nicht befehlen. Befehlen wird als Übergriff
angeschaut. Wenn man zeigt, was es zu tun gibt und was man vielleicht selber macht,
kann man fragen: wo machst du mit?

[00:32:00.240] – Dr.med. Ursula Davatz
Nach Möglichkeit den Befehl auslassen und sagen: für mich wäre es gut, wenn du das
übernehmen könntest. Man muss auf Augenhöhe sein. Nicht Chef und Untergebener.

[00:32:19.190] – Dr.med. Ursula Davatz
Es ist wichtig, dass man selber authentisch ist. Man kann denen nichts vorspielen. Die
merken, wenn man lügt, wenn man so tut, als ob man ganz zufrieden wäre, aber hinten
dran kommt ein anderer Unterton.

[00:32:40.340] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie sind sehr sensibel auf alle Zwischentöne. Sie hören das raus.

[00:32:45.730] – Dr.med. Ursula Davatz
Manchmal interpretieren sie dann auch falsch.

[00:32:49.410] – Dr.med. Ursula Davatz
Dann muss man fragen: hast du das so verstanden?

[00:32:49.510] – Dr.med. Ursula Davatz
Ja, das kann ich nachvollziehen. Ich habe es aber so gemeint.

[00:32:49.600] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie hören auf Töne, die vielleicht gar nicht so gemeint sind und nehmen das sofort
persönlich. Sie nehmen vieles persönlich.

[00:33:37.350] – Bemerkung 1
Nichts befehlen oder vorschreiben. Fällt ein Rahmen abstecken unter das Gleiche?
Kann man den Handlungsrahmen definieren? Dann ist es ok?

[00:34:05.970] – Dr.med. Ursula Davatz
Ja das ist sehr gut. Wenn man alles zu offen lässt, werden sie überfordert. Wenn man
den Rahmen absteckt und sagt: in dem Rahmen arbeiten wir jetzt. Ich übernehme diese
Rolle, welche übernimmst du?

[00:34:23.110] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie haben gar nicht gern, wenn man zu schnell wechselt oder alles offen lässt.

[00:34:27.040] – Dr.med. Ursula Davatz
Nicht immer fragen: was willst du, was willst du, was willst du? Das geht auch nicht.
Einen Rahmen abstecken ist sehr hilfreich. Dann können sie sich besser orientieren.

[00:34:32.240] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie haben auch selber gerne, wenn es immer gleich läuft.

[00:34:49.510] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie sind der Vorgesetzte. Es liegt an ihnen den Rahmen abzustecken. Man kann nicht
sagen: was möchtest du jetzt machen? Das geht gar nicht.

[00:34:51.930] – Dr.med. Ursula Davatz

Ein klarer Rahmen abstecken, das gibt Sicherheit. Wenn es unklar ist, sind sie unsicher.
Deshalb sind sie zum Teil pedantisch. Pedanterie gibt ihnen Sicherheit. Sie müssen es
klar wissen.

[00:35:30.680] – Bemerkung 2
Arbeitet man bei Autisten auch mit Medikamenten?

[00:35:31.470] – Dr.med. Ursula Davatz
In der Psychiatrie werden natürlich immer Medikamente verwendet.

[00:35:35.790] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich sehe nicht sehr viel Hilfe bei den Medikamenten.

[00:35:44.980] – Dr.med. Ursula Davatz
Die modernen Antidepressiva, Serotonin Wiederaufnahmehemmer (SSRI), die machen,
dass man ein bisschen eine dickere Haut hat.

[00:35:54.290] – Dr.med. Ursula Davatz
Es kann sein, dass wenn ein Autist SSRI nimmt, dass er dann ein bisschen mehr
geschützt ist, dass er nicht mehr so stark alle Reize aufnimmt.

[00:36:09.420] – Dr.med. Ursula Davatz
Gewisse sagen: das hilft mir.

[00:36:15.040] – Dr.med. Ursula Davatz
Prinzipiell ändern SSRI das hochsensible Gehirn nicht.

[00:36:20.910] – Dr.med. Ursula Davatz
Gewisse sagen auch: ich spüre mich nicht mehr so recht. Ich mag es nicht so gerne.

[00:36:24.010] – Dr.med. Ursula Davatz

SSRI kann man verwenden.

[00:36:33.000] – Dr.med. Ursula Davatz
Prinzipiell setze ich immer mehr auf das Lernen, als auf das Abstumpfen mit
Medikamenten. Gewisse wollen Medikamente, damit sie weniger Reize von aussen
spüren, dann verweigere ich die Medikamente nicht.

[00:36:53.620] – Bemerkung 3
Wir arbeiten oft mit externen Arbeitgebern zusammen. Wie kann man einem
Arbeitgeber die Stärken eines Autisten erklären?

[00:37:04.500] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie müssen die Interessen der Person kennen. Nicht jeder Autist hat die gleichen
Fähigkeiten und Interessen. Wo ist sein Fokus? Sie müssen seinen Fokus finden.

[00:37:32.050] – Dr.med. Ursula Davatz
Dann können sie dem Arbeitgeber sagen: das kann und macht er sehr gut. Gib ihm dort
eine Aufgabe. Dann ist es wichtig, dass der Chef nicht zuviel drein redet. Das stört ihn
wieder und dann läuft es nicht.

[00:37:42.200] – Dr.med. Ursula Davatz
Man muss ein gewisses Vertrauen haben.

[00:38:05.030] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn man findet, dass man wieder mehr kontrollieren muss, kann man sagen: ich gebe
dir jetzt das und du darfst das in deinem Regime machen. Wenn du eine Frage hast,
dann darfst du kommen. Man muss ihm Vertrauen geben.

[00:38:15.160] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich habe auch schon die Situation erlebt, wo die Person Angst hatte vor dem Fehler
machen. Der Chef war morgens nicht da und die Person sass einfach vor dem
Computer und hat nichts gemacht, weil sie nichts falsch machen wollte. Das muss man

auch wieder merken. Der Chef war sauer und dachte die Person sei faul. Er wollte
einfach keine Fehler machen.

[00:38:31.040] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie haben vielleicht bei einer Aufgabe ein wenig länger, beim lernen haben sie länger,
weil sie gewisse Stationen durchlaufen müssen. Wenn sie es einmal können, dann
können sie es gut.

[00:38:31.380] – Dr.med. Ursula Davatz
Man muss den Fokus finden und der Chef muss es dann wissen, wie er mit dem
Autisten umgehen muss.

[00:38:38.860] – Dr.med. Ursula Davatz
Regelmässig ein Gespräch machen: wie läuft es dir und wie finde ich, dass es dir läuft.

[00:39:30.490] – Dr.med. Ursula Davatz
Der Vorgesetzte muss das Gespräch ansetzen und fragen: wie läuft es für dich?
Danach muss der Chef auch Rückmeldung geben. Nicht einfach die Rückmeldung
irgendwo im Gang machen. Es muss in einer ruhigen Atmosphäre sein, nicht vor
anderen Leuten.

[00:39:34.920] – Bemerkung 4
Es ist ok wenn der Vorgesetzte direkt das Feedback gibt?

[00:40:00.290] – Dr.med. Ursula Davatz
Ja. Man muss immer zuerst den Autisten validieren. Nicht gleich sagen, was man nicht
gut findet. Zuerst den Autisten validieren und danach sein Feedback gegen. Sonst sagt
er später gar nichts mehr. Dann es geht alles nach innen und wird verdrängt.

[00:40:00.270] – Bemerkung 5
Gewisse Autisten reagieren sehr stark auf Gerüche. Sie assoziieren Personen und
Situationen mit Gerüchen.

[00:40:23.520] – Dr.med. Ursula Davatz
Das ist dann schon ein traumatischer Geruch.

[00:40:50.180] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie haben zum Teil ganz hohe Sensibilität bei den Sinnen. Das kann bei den Gerüchten
sein. Es kann im auditiven Bereich sein. Es kann beim Tastsinn sein. Bei sämtlichen
Sinnen, können sie hypersensibel sein.

[00:41:04.300] – Dr.med. Ursula Davatz
Wir riechen es kaum und für sie stinkt es wahnsinnig. Auch dort können sie sich ein
wenig sensibilisieren.

[00:41:23.970] – Dr.med. Ursula Davatz
Man soll nicht einfach sagen: tu nicht so blöde. Sie spüren es einfach stärker.

[00:41:37.250] – Dr.med. Ursula Davatz
Ein Mensch mit einem absoluten Musikgehör, wenn man da ein wenig daneben spielt,
tut ihm das weh.

[00:41:38.580] – Dr.med. Ursula Davatz
So ist es auch bei den Gerüchten. Die Sinne können hypersensibel sein.

[00:41:38.930] – Bemerkung 6
Ich kenne jemanden, der ist extrem strukturiert. Die Person muss alle Dinge immer für
sich in Ordnung bringen, damit er es versteht und aufnehmen kann. Er musste eine
Prüfung machen. Er hat 600 Fragen durchgearbeitet. Ich war sehr beeindruckt. Er ist
nicht introvertiert. Er geht auf die Leute zu. Er kann gut kommunizieren.

[00:43:44.760] – Dr.med. Ursula Davatz
Katrin Terwiel sieht das ja anders als ich.

[00:43:44.958] – Dr.med. Ursula Davatz
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[00:43:45.120] – Dr.med. Ursula Davatz
Das ganz exakte Verhalten ist sicherlich ein wenig autistisch. Der Typ ist nicht immer
gleich. Das exakte Verhalten gibt Sicherheit. Autisten haben dieses Verhalten. Hier
kommt der Spruch: Mut zum Fehler machen.

[00:44:23.940] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie wollen alles richtig machen, damit man sie ja nicht kritisiert, damit es keinen Fehler
gibt. Das kann sie sehr verlangsamen und das Leben wahnsinnig anstrengend machen.
Das ist zwanghaft. Das zwanghafte sich schützen vor Fehlern kann lebensbehindernd
sein.

[00:44:24.370] – Dr.med. Ursula Davatz
An dieser Stelle muss ich den Personen sagen: sie dürfen auch Fehler machen. Sie
können dann auch nicht entscheiden: was ist richtig, was ist falsch. Sie entscheiden
innerhalb von einem vorgegebenen Rahmen.

[00:45:02.640] – Dr.med. Ursula Davatz
Das Leben ist nicht so strukturiert.

[00:45:15.230] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich sage dann: es gibt keine falsche Entscheidung. Ihre Entscheidung ist immer richtig.
Aus jeder Entscheidung lernt man wieder etwas daraus.

[00:45:20.090] – Dr.med. Ursula Davatz
Diese Personen muss ich ermutigen: Mut zum Fehler machen. Mut zur Lücke.

[00:45:43.170] – Bemerkung 6
Externe Einflüsse, die geschehen, damit müssen sie klar kommen können.

[00:45:52.150] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich sage prinzipiell: unser Gehirn ist unser anpassungsfähigstes Organ. Wenn man
immer nur gleich durch die Welt geht und sich nicht neue Dinge aneignet und beim
neuen Lernen macht man Fehler, dann ist man nicht so anpassungsfähig. Man muss
ihnen den Mut geben, Fehler machen zu dürfen.

[00:46:23.660] – Dr.med. Ursula Davatz
Das ist nicht so einfach. Die sind relativ zwanghaft.

[00:46:33.250] – Bemerkung 6
Es wirft ihn total aus der Bahn. Ich zeige ihm auf: es ist alles nicht so schlimm.

[00:46:44.920] – Bemerkung 6
Meine Strategie ist zu Fragen: ist es das Schlimmste was für dich passieren kann?

[00:46:44.760] – Dr.med. Ursula Davatz
Das ist ein gute Sache zu fragen: was ist jetzt für dich ganz schlimm?

[00:47:22.620] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich frage die Eltern immer: wovor haben sie am meisten Angst? Man steckt so die
Extreme ab.

[00:47:36.670] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich bringe das Beispiel aus der Natur: aus Fehlern lernt man.

[00:47:36.800] – Dr.med. Ursula Davatz
Alexander Fleming hat die Agarplatte draussen stehen lassen und dadurch per Zufall
das Penicilin erfunden.

[00:47:36.817] – Dr.med. Ursula Davatz
https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Fleming

[00:47:36.880] – Dr.med. Ursula Davatz
Aus Fehlern entstehen neue Dinge.

[00:47:48.590] – Dr.med. Ursula Davatz
Der Mensch ist ein missratener Affe. Wir waren nicht so stark wie die Gorillas, wir
wurden vertrieben. Wir wurden aus dem Paradies (Urwald) vertrieben. Wir haben den
aufrechten Gang uns angeeignet, hatten die Hände frei. Es ist etwas aus uns
geworden. Aus Fehlern kann man immer lernen.

[00:48:33.920] – Dr.med. Ursula Davatz
Es gibt das Chinesische Zeichen: wéijī 危机.

[00:48:34.180] – Dr.med. Ursula Davatz
https://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_word_for_crisis

[00:48:42.330] – Dr.med. Ursula Davatz
Chance. Ein Fehler ist immer auch eine Chance.

[00:48:52.560] – Dr.med. Ursula Davatz
Die biologische Welt kennt viel mehr Interaktion als nur von eins bis zehn zählen.

[00:48:52.820] – Dr.med. Ursula Davatz
Aus den Fehlern der Gene, kann es wieder etwas Neues geben. So lernt man etwas.

[00:49:04.940] – Dr.med. Ursula Davatz
Errare Humanum Est.

[00:49:18.268] – Dr.med. Ursula Davatz
https://de.wiktionary.org/wiki/errare_humanum_est

[00:49:18.430] – Dr.med. Ursula Davatz
Jean Piaget war ein Biologe. Er hat die Entwicklungspsychologie angeschaut.

[00:49:18.458] – Dr.med. Ursula Davatz
https://de.wikipedia.org/wiki/Jean_Piaget

[00:49:38.670] – Dr.med. Ursula Davatz
Er hat seine Kinder und deren Fehler beobachtet und so ihr Denken daraus abgeleitet.

[00:49:38.860] – Dr.med. Ursula Davatz
Wo bin ich falsch abgebogen? Dann lernt man seinen Entscheidungsprozess ein
bisschen besser kennen. Fehler sind kreativ.

[00:50:03.440] – Dr.med. Ursula Davatz
In der Werbung war es mal ein Trend immer Fehler zu machen.

[00:50:04.080] – Dr.med. Ursula Davatz
Japaner können das R nicht sagen.

[00:50:25.370] – Dr.med. Ursula Davatz
Fehler generieren Aufmerksamkeit.

[00:50:25.580] – Dr.med. Ursula Davatz
Schauen sie unsere Kleidung an. Früher hatte man schöne Kleider. Heute kauft man
zerrissene Hosen mit Löchern usw. Das ist dann interessant.

[00:50:25.700] – Dr.med. Ursula Davatz
Mit Fehlern kann man auch Aufmerksamkeit holen.

[00:50:52.610] – Bemerkung 7
Es gibt immer mehr Youtuber, die absichtlich Tippfehler einbauen, damit die Leute auf
das Video klicken und sie somit mehr Besucher erhalten.

[00:51:10.110] – Dr.med. Ursula Davatz
Genau. Das ist auch ein Verkaufstrick.

[00:51:16.510] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich gehe nicht auf den Verkaufstrick ein.

[00:51:16.550] – Dr.med. Ursula Davatz
Über Fehler lernen wir.

[00:51:22.480] – Dr.med. Ursula Davatz
So würde ich es kommunizieren: Fehler gehören dazu. Anhand von Fehlern lernt man.

[00:51:33.520] – Dr.med. Ursula Davatz
Das Gehirn ist ein Anpassungsorgan.

[00:51:33.770] – Dr.med. Ursula Davatz
Je mehr wir uns neuen Dinge aussetzen und auch Fehler machen, umso mehr lernen
wir. Je mehr wir lernen, desto komplexer wird unser Gehirn, desto anpassungsfähiger
wird unser Gehirn.

[00:51:52.510] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn wir uns vor allen Fehlern zurückhalten, dann lernen wir nichts. Dann fahren wir im
gleichen Zug weiter.

[00:51:56.450] – Dr.med. Ursula Davatz
Bei der künstlichen Intelligenz baut man auch Fehler ein.

[00:51:56.879] – Dr.med. Ursula Davatz
https://www.businessinsider.com/ai-synthetic-data-industry-debate-over-fake-2024-8

[00:51:57.195] – Dr.med. Ursula Davatz
https://www.theguardian.com/technology/2022/jun/18/is-fake-data-the-real-deal-when-training-algorithms

[00:52:12.720] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Fehler sind der Motor zum lernen.

[00:52:12.830] – Bemerkung 8
Wir kriegen über die IV mehr Jugendliche. Es gibt ein Spannungsfeld zwischen den
Interessen der Jugendlichen und den verfügbaren Angeboten. Das passt nicht immer
sehr gut zusammen. Die Leute mit Autismus haben dann noch viel mehr Probleme, sich
mit dieser Umgebung abzufinden.

[00:52:56.540] – Dr.med. Ursula Davatz
Ja, das ist ein grosses Problem. Die Jugendlichen sind noch gar nicht orientiert und die
IV drängt.

[00:53:24.330] – Dr.med. Ursula Davatz
Als erstes schütze ich meine Klienten immer vor dem Drängen. Das bringt gar nichts.
Das Gras wächst nicht schneller wenn man daran zieht.

[00:53:24.520] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich habe lieber eine lange Periode von: Suchen, Üben, Machen, als schnell
rausgeschickt und missraten.

[00:53:54.630] – Dr.med. Ursula Davatz
Den Jugendlichen kann man sagen: ja, das ist vielleicht nicht das Angebot, was du du
wolltest, vielleicht wolltest du etwas ganz anderes. Was wir zusammen lernen können,

ist etwas zusammen zu tun. Vielleicht auch etwas, das du nicht so gerne tust. Das
kannst du später in jedem Beruf nutzen.

[00:54:21.410] – Dr.med. Ursula Davatz
Das Zwischenmenschliche läuft auch ab.

[00:54:21.390] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich würde sagen: jetzt üben wir zusammen. Ich lerne, du lernst, vielleicht kommt dir im
Laufe der Zeit in den Sinn, welchen Weg du einschlagen möchtest.

[00:54:26.230] – Dr.med. Ursula Davatz
So würde ich es tun. Ich würde nicht sagen: man kann nicht immer wählen.

[00:54:43.270] – Dr.med. Ursula Davatz
Ja ich weiss, es ist nicht dein Traumberuf aber wir können zusammen wachsen und
lernen. Du sagst mir wie und was und ich sage es dir.

[00:54:58.140] – Dr.med. Ursula Davatz
Zusammen auf eine Reise gehen.

[00:54:58.620] – Dr.med. Ursula Davatz
Macht das Sinn?

[00:55:03.320] – Bemerkung 8
Ja.

[00:55:10.080] – Dr.med. Ursula Davatz
Es macht für alle Sinn.

[00:55:19.900] – Dr.med. Ursula Davatz

Die Autisten sagen es einem oft nicht. Man spürt, sie wollen nicht. Dann werden sie
krank. Das soll man ansprechen: passt dir das nicht?

[00:55:20.230] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich kenne Personen, die hatten immer eine psychotische Episode, als sie nicht arbeiten
gehen wollten.

[00:55:43.260] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Antwort war immer: ja, der Vorgesetzte hat das und das gemacht. Ich mochte es gar
nicht. Man muss immer dahinter schauen.

[00:55:51.250] – Bemerkung 9
Für mich ist es wichtig zu wissen: wie merke ich, dass jemand autistisch ist? Wie gehe
ich damit um. Wie merke ich es? Es muss nicht automatisch Autismus sein.

[00:57:13.100] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie müssen sich auf ihre Sinne verlassen. Sie müssen keine Diagnose erstellen. Sie
müssen merken, wie der Mensch tickt.

[00:57:13.900] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie wollen etwas und sie kommen nicht durch.

[00:57:23.930] – Dr.med. Ursula Davatz
Die teilnehmende Beobachtungen sind wichtig.

[00:57:25.890] – Dr.med. Ursula Davatz
Schauen was sie spüren. Hören sie gut auf ihre Sinne.

[00:57:32.990] – Dr.med. Ursula Davatz
Auch mal fragen: kann es sein, dass du das nicht so gerne hast? Habe ich dich dort
verletzt? Bin ich zu stark dreingefahren?

[00:57:39.940] – Dr.med. Ursula Davatz
Machen sie ihre Sinne wach! Spüren sie was abläuft.

[00:57:45.400] – Dr.med. Ursula Davatz
Diagnose müssen sie keine stellen.

[00:57:45.400] – Dr.med. Ursula Davatz
Das gilt für alle Menschen und für die Autisten gilt es noch mehr. Sonst überfährt man
sie und dann kann man mit ihnen nicht mehr kommunizieren, dann blockieren sie.

[00:57:50.030] – Dr.med. Ursula Davatz
Verlassen sie sich auf ihr Gespür. Keine Diagnose stellen.

[00:58:02.970] – Dr.med. Ursula Davatz
Man muss sensibler vorgehen.

[00:58:26.410] – Dr.med. Ursula Davatz
Danke für das Mitmachen und viel Spass beim Lernen mit ihre Klienten.