Evolutionary Perspective

Ursula Davatz is a prominent psychiatrist and author who has written extensively on ADHD/ADD, particularly in the context of genetic vulnerability and the interaction between genetics and environment. Her work emphasizes that ADHD and ADD are not illnesses but rather character traits that are influenced by genetic factors and environmental conditions. She argues that these conditions are not inherently „bad“ but rather neurotypical and can be managed with appropriate support. Key points from her work include:

  • Genetic Inheritance: ADHD and ADD are genetically inherited, and their expression is influenced by environmental factors.
  • Emotional Sensitivity: Children with ADHD/ADD are often highly sensitive to emotional stimuli, which can make them more reactive to stress or changes in their environment.
  • Evolutionary Perspective: She suggests that traits associated with ADHD, such as broad attention and impulsive behavior, may have been advantageous in early human survival, such as foraging and finding food.
  • Positive Traits: While ADHD/ADD can present challenges, she highlights that these traits can also be strengths, such as creativity, high motivation, and sensitivity to emotional cues.
  • School and Social Environment: She emphasizes the importance of a supportive and flexible educational environment, noting that ADHD/ADD children may benefit from tailored approaches rather than strict medical interventions.

Her work also discusses the misdiagnosis of ADHD and ADD as mental illnesses, arguing that they are more accurately understood as neurotypical personality traits. She advocates for a holistic approach that considers both genetic and environmental factors in the treatment and understanding of ADHD/ADD. In summary, Ursula Davatz’s work presents ADHD/ADD as a complex interplay of genetic and environmental factors, with the potential for both challenges and strengths, and emphasizes the need for empathetic and context-sensitive approaches in managing these conditions.

Psychiatrie im Offside

Der Ausdruck „Psychiatrie im Offside“ dient als Untertitel des Buches von Dr. med. Ursula Davatz und fasst ihre grundlegende Kritik an der aktuellen Herangehensweise der Psychiatrie im Umgang mit dem ADHS/ADS-Neurotyp zusammen.

Die Hauptthese ist, dass die Psychiatrie im Verständnis und in der Behandlung von ADHS/ADS hinterherhinkt und systemische Aspekte, die für diesen Menschentyp entscheidend sind, vernachlässigt.

Hier sind die zentralen Kritikpunkte, die das „Offside“ der Psychiatrie begründen:

1. Fokussierung auf das Individuum und die Symptome

Die Psychiatrie wird dafür kritisiert, dass sie sich fast ausschließlich auf den Einzelnen (das Individuum) konzentriert und nur die Symptome bekämpft und behandelt.

  • Vernachlässigung des Umfelds: Dies ist das größte Problem: Die Psychiatrie geht wenig bis gar nicht mit dem Umfeld um. Wenn psychische Störungen auftreten, werden die Betroffenen zwar an die Psychiatrie weitergegeben, diese kann jedoch nicht sehr gut damit umgehen.
  • Systemische Notwendigkeit: Bei ADHS/ADS muss man hingegen immer den ganzen Menschen und das ganze System unterstützen, wenn man etwas erreichen möchte.

2. Mangel an systemischer und präventiver Unterstützung

Dr. Davatz sieht ein großes Manko darin, dass die Psychiatrie noch nicht so weit vorgedrungen ist, das Umfeld zu unterstützen.

  • Fehlende Familientherapie: Obwohl die systemische Therapie und Familientherapie zeitweise in Mode war (in den USA in den 1970er und 1980er Jahren und danach in der Schweiz), findet man heute sehr wenige systemisch ausgebildete Ärzte mehr, die mit der Familie umgehen können.
  • Prävention als Lösung: Die Prävention von psychischen und körperlichen Krankheiten beginnt viel früher, nicht erst, wenn der Patient eine Krankheit hat – dann sei es oft schon zu spät. Das Umfeld müsste bereits in den Entwicklungsjahren (schon im Kindergarten) unterstützt werden, damit sich gar keine Krankheit entwickelt.

3. Fehlinterpretation von Folgeerkrankungen

Die Psychiatrie hält an einem veralteten Verständnis fest, was ADHS/ADS betrifft:

  • Kritik an der Komorbidität: Die Psychiatrie spricht immer noch von Komorbidität (dem gleichzeitigen Vorliegen mehrerer Krankheiten, z. B. ADHS/ADS und Schizophrenie).
  • Folgekrankheiten: Dr. Davatz hingegen betont, dass psychische Störungen wie Schizophrenie, bipolare Störungen, Delinquenz, Essstörungen und Borderline-Persönlichkeitsstörung immer Folgekrankheiten sind, die entstehen, wenn der sensible Neurotyp stark gestresst oder nicht artgerecht behandelt wird.

4. Ausschließlich medikamentöser Ansatz

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Fixierung auf Medikamente ohne entsprechende begleitende Maßnahmen:

  • Medikamenten-Fokus: Medikamente sind zwar in Akutsituationen enorm hilfreich, um die Stimmung zu regulieren. Dr. Davatz kritisiert jedoch die Psychiatrie, wenn sie bei den Medikamenten stehen bleibt.
  • Unverändertes Umfeld: Allein durch Medikamente wird das Umfeld nicht verändert, und die Menschen lernen nicht besser, mit ihrem Temperament umzugehen. Manche Ärzte fragen den Patienten nur, wie es mit den Medikamenten geht.

5. Fehlendes Engagement und fehlendes Wissen

Die Ärzteschaft und die Psychiatrie hinken hinterher, was das Wissen und die Verbreitung von Informationen über ADHS/ADS angeht. Dies zeigte sich unter anderem darin, dass bei einer Tagung der Schweizerischen Psychiatriegesellschaft kein Referat zum Thema ADHS/ADS gehalten wurde.

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ADHS/ADS Folgeerkrankungen

Die Diskussion der Folgekrankheiten ist zentral für das Verständnis des ADHS/ADS-Neurotyps in den vorliegenden Quellen. Dr. Davatz stellt klar, dass ADHS/ADS selbst keine Krankheit ist, sondern ein spezifischer sensibler Neurotyp [69, 53:49.220]. Folgeerkrankungen entstehen, wenn dieser genetisch determinierte Typ starkem Stress ausgesetzt ist oder nicht artgerecht behandelt wird.

Hier ist eine detaillierte Darstellung der Folgeerkrankungen, deren Mechanismen und der Unterscheidung von gängigen psychiatrischen Konzepten:

1. Definition und Abgrenzung von Komorbidität

Dr. Davatz vertritt die Position, dass die in der Psychiatrie oft verwendete Bezeichnung Komorbidität (gleichzeitiges Vorliegen mehrerer unabhängiger Krankheiten) im Zusammenhang mit ADHS/ADS unzutreffend ist.

  • Folgekrankheit vs. Komorbidität: Sie argumentiert, dass andere psychische Störungen, die bei diesem Menschentyp auftreten, immer eine Folgekrankheit sind.
  • Hierarchie der Störungen: Der genetisch vererbte ADHS/ADS-Typ ist übergeordnet, während die daraufhin auftretenden Krankheiten als untergeordnet betrachtet werden.
  • Auslösender Mechanismus: Wird ein Mensch mit diesem Neurotyp stark gestresst oder wird nicht persönlichkeitsgerecht, temperamentsgerecht oder artgerecht mit ihm umgegangen, kann er mit der Zeit körperliche und psychische Folgeerkrankungen entwickeln [4, 6, 43:1:1].

Der ADHS/ADS-Mensch ist aufgrund seiner genetischen Disposition und seiner hohen Sensibilität vulnerabler (verletzlicher) in Bezug auf Stress.

2. Spezifische psychische und soziale Folgeerkrankungen

Folgekrankheiten können sich in der Blutlinie über Generationen manifestieren, bevor in der jüngeren Generation ADHS/ADS diagnostiziert wird.

A. Schwerwiegende psychische Störungen

Zu den Folgekrankheiten, die aus der Belastung des ADHS/ADS-Typs entstehen können, zählen:

  • Schizophrenie (Fälle in der Familie sind ein Risikoindikator).
  • Bipolare Störung.
  • Borderline-Persönlichkeitsstörung.
  • Essstörungen.

B. Suchterkrankungen

Suchterkrankungen sind bei ADHS/ADSlern viel häufiger anzutreffen.

  • Alkoholismus taucht oft in den vorherigen Generationen auf, wenn man die drei Generationen umfassende Familiengeschichte analysiert.
  • Drogenkonsum (wie Kiffen) sollte vermieden werden, da psychoaktive Substanzen etwas im Gehirn bewirken können.

C. Verhaltensauffälligkeiten und Delinquenz

Ein ungeeigneter Umgang kann zur Zerstörung des Potenzials und zu kriminellen Entwicklungen führen:

  • Aggressivität und Delinquenz: Knaben (im Gegensatz zu Mädchen, die sich eher anpassen) wehren sich mehr, werden aggressiv und können delinquent werden.
  • Misslungene ADHS/ADSler: In Gefängnissen sind viele „misslungene ADHS/ADSler“ zu finden.

D. Soziale und gesundheitliche Folgen

Der Umgang mit dem ADHS/ADS-Typ führt in Familien häufiger zu Konflikten, Scheidungen und Jobabbrüchen [60, 44:45.560].

Besonders hervorzuheben ist der Unterschied in der Lebenserwartung:

  • Frauen mit ADHS/ADS sterben 10 Jahre früher.
  • Männer sterben 7 Jahre früher.

Dies wird dadurch erklärt, dass Frauen die Tendenz haben, sich mit ihrer Sensibilität immer anzupassen und sich ausbeuten zu lassen. Sie geben anderen viel Unterstützung und Empathie, kommen aber selber zu kurz.

3. Prävention von Folgeerkrankungen

Die Entwicklung von Folgekrankheiten kann verhindert werden, indem man den ADHS/ADS-Neurotyp adäquat behandelt.

  • Frühzeitige Unterstützung: Die Prävention von psychischen und körperlichen Krankheiten beginnt viel früher – nicht erst, wenn der Patient krank ist. Das erzieherische Umfeld (Eltern, Lehrpersonen) muss so früh wie möglich, idealerweise schon im Kindergarten, unterstützt werden, damit sich gar keine Krankheit entwickelt.
  • Ganzheitlicher Ansatz: Man muss immer den ganzen Menschen und das ganze System unterstützen, wenn man bei ADHS/ADSlern etwas erreichen möchte.
  • Vermeidung von Überlastung: ADHS/ADS-Kinder sind sehr sensibel und übernehmen oft zu viel emotionale Verantwortung für dysfunktionierende Eltern oder das soziale System. Wenn dies zu viel wird, explodieren sie oder werden krank.

4. Die Rolle von Medikamenten

Obwohl Medikamente in Akutsituationen hilfreich sind, um die Stimmung zu regulieren, führen sie allein nicht zur Verhinderung von Folgekrankheiten. Medikamente verändern das Umfeld nicht, und die Menschen lernen nicht besser, mit ihrem Temperament umzugehen, was die Ursache für die Entwicklung von Krankheiten sein kann. Das therapeutische Ziel sollte sein, die Medikamente immer mehr zu reduzieren.

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Umgang mit ADHS/ADS

Der Umgang mit ADHS/ADS wird in den Quellen als entscheidender Faktor für die gesunde Entwicklung und das Wohlbefinden dieser Menschen betrachtet, die als spezifischer Neurotyp gelten.

Da das Gehirn ein plastisches Organ ist und durch die Interaktion mit dem Umfeld beeinflusst wird, ist der richtige Umgang essenziell, um die Entwicklung von Folgekrankheiten zu verhindern.

1. Grundprinzipien des Umgangs und der Führung

Der Umgang mit ADHS/ADS-Betroffenen muss hochgradig angepasst sein, da sie einen sensiblen Neurotyp darstellen, der zur schwierigeren Stressverarbeitung neigt [2, 53:49.220].

Persönlichkeits- und Temperamentgerechte Behandlung

Es ist entscheidend, dass mit diesen Kindern artgerecht, persönlichkeitsgerecht und temperamentgerecht umgegangen wird. Geschieht dies nicht, werden sie krank und entwickeln Folgekrankheiten.

Wird das Potential jedoch nicht zerstört, kann der artgerechte Umgang Spitzenleistungen in Bereichen wie Sport oder Wissenschaft hervorbringen.

Führung und Begleitung

ADHS/ADS-Kinder benötigen Führung und Begleitung [58, 41:55.161]. Sie müssen lernen, mit ihrem Temperament umzugehen.

Man muss Geduld haben und ein Vorbild sein. Da sie sehr begeisterungsfähig sind, sich stark verausgaben und dann zusammenbrechen, müssen sie lernen, selbst „Stop“ zu sagen.

Beruhigung vor Erziehung

ADHS/ADS-Kinder sind sehr emotional und sehr impulsiv.

  • Im Augenblick, in dem sie hoch erregt sind, kann man sie nicht erziehen.
  • Man muss sie immer zuerst beruhigen, bevor man Regeln aufstellen kann.

2. Kritik an gängigen Erziehungsmethoden

Methoden, die in der Pädagogik oft verwendet werden, funktionieren bei diesem Neurotyp nicht und sind schädlich:

  • Belohnung und Bestrafung: Erziehungsmethoden wie das Smiley-System funktionieren bei ADHS/ADS-Kindern nicht. Bestrafung macht sie schlechter und gibt ihnen ein schlechtes Selbstwertgefühl.
  • Kein Argumentieren mit dem Reflex: Da ihre Verhaltensweisen oft reflexartig ablaufen, kann man nicht mit dem Reflex argumentieren.
  • Langeweile und Potentialzerstörung: Wenn hochintelligente ADHS/ADSler sich langweilen, stören sie und werden dafür bestraft, was zu dem Gefühl führt: „Ich bin nicht in Ordnung“. Man müsste sie stattdessen mit mehr Aufgaben füttern. Dadurch wird großes menschliches Potential zerstört.

3. Unterstützung des Umfelds und der sozialen Entwicklung

Der Fokus im Umgang muss auf dem ganzen System und der Persönlichkeitsentwicklung liegen.

Förderung des Selbst

Es ist wichtig, die Persönlichkeitsentwicklung der ADHS/ADS-Menschen zu fördern [30, 41:44.820]. Der Grundsatz sollte sein: „Das Beste, was ein Kind werden kann, ist sich selbst“.

  • Soziale Anpassung: Nur wenn ein Kind sich selber werden darf, kann es sich auch sozial anpassen.
  • Kritik: Wenn das Kind immer als falsch kritisiert wird, ist es nicht in der Lage, sich anzupassen.

Rolle des Umfelds und der Prävention

Das erzieherische Umfeld muss so früh wie möglich unterstützt werden, idealerweise bereits im Kindergarten. Wenn das Umfeld nicht frühzeitig beraten wird und Eltern keine Hilfe bekommen, entwickelt sich im Laufe der Zeit eine Krankheit.

Die Psychiatrie wird kritisiert, weil sie das Umfeld wenig bis gar nicht in die Behandlung einbezieht und nur das Individuum sowie die Symptome bekämpft.

Umgang mit Autismus (ADS)

Da autistische Kinder oft ADS-Kinder sind, die sich zurückziehen, wenn das Umfeld zu hyperaktiv ist, muss das Umfeld beruhigt und verlangsamt werden. Es muss lernen, besser zu beobachten und nicht „gleich drauf los zu schießen“.

4. Umgang im Berufsleben und bei Entscheidungen

ADHS/ADS-Menschen müssen ihren Fokus und ihr Leben finden.

  • Berufswahl: Bei der Berufswahl sollte man nicht nach dem Geld, sondern nach der Stimmigkeit gehen (ob das Klima passt). Wenn das Umfeld nicht stimmt, geht es gar nicht. Es ist besser, keine Stelle anzunehmen als eine falsche.
  • Kommunikation: Im Berufsleben können Betroffene kommunizieren, welche Bedingungen sie für gutes Funktionieren brauchen, ohne unbedingt die Diagnose nennen zu müssen: „Wenn sie mit mir so und so umgehen, dann funktioniere ich nicht. Sie wollen, dass ich gut funktioniere“.
  • Nachteilsausgleich: An Schulen und Universitäten kann ein Nachteilsausgleich verlangt werden, beispielsweise mehr Zeit für Prüfungen oder ein ruhiger Raum.
  • Selbstoffenbarung: Wenn man einen Chef hat, dem man es sagen kann, kann es hilfreich sein, das ADHS/ADS offenzulegen.

5. Therapie und Medikamente

Medikamente und Therapie ergänzen sich.

  • Medikamente: Sie sind enorm hilfreich in Akutsituationen und werden zur Stimmungsregulation (dämpfen/runterfahren oder hochfahren/motivieren) eingesetzt.
  • Lernprozess: Allerdings lernen die Menschen, die Medikamente nehmen, nicht besser mit ihrem Temperament umzugehen, da das Umfeld unverändert bleibt.
  • Therapeutisches Ziel: Das Ziel sollte sein, die Medikamente immer mehr zu reduzieren. Die systemische Therapie, welche das Umfeld einbezieht, ist in diesem Kontext sehr wichtig.

Hinweis zur Schule und Ritalin: Obwohl Ritalin für Kinder hilfreich sein kann, um die Handhabung zu erleichtern, dürfen Lehrer nicht verlangen, dass ein Kind Ritalin nehmen muss. Die Entscheidung liegt bei den Eltern.

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Genetische Vererbung von ADHS/ADS

Gerne diskutiere ich das Thema Genetische Vererbung in Bezug auf ADHS/ADS, basierend auf den vorliegenden Quellen.Gerne diskutiere ich das Thema Genetische Vererbung in Bezug auf ADHS/ADS, basierend auf den vorliegenden Quellen.

Die genetische Vererbung spielt eine zentrale und bestimmende Rolle bei der Entstehung des ADHS/ADS-Typs.

1. ADHS/ADS als genetischer Typ (Genotyp)

ADHS/ADS wird als ein Genotyp oder genomischer Typ beschrieben.

  • Es handelt sich dabei nicht um ein einzelnes Gen, sondern um viele Gene, die zusammenwirken und die Rolle spielen.
  • Diese Gene werden immer vererbt.
  • Dr. Davatz befasst sich seit über 40 Jahren mit diesem Menschentyp und behauptet entschieden, dass ADHS/ADS immer genetisch vererbt ist.

2. Auswirkungen der Vererbung und Neurodiversität

Der ADHS/ADS-Typ ist ein spezifischer Neurotyp.

  • Dieser Menschentyp ist durch die Vererbung bedingt und neigt zu einer schwierigeren Stressverarbeitung. Sie sind vulnerabler (verletzlicher) in Bezug auf Stress.
  • Der ADHS/ADS-Typ wird als sensibler Neurotyp beschrieben, der empfindlicher ist.
  • Historische Präsenz: Die ADHS/ADS-Gene waren immer schon vorhanden und sind keine Modeerscheinung. Zur Zeit der Jäger und Sammler gab es demnach sogar 50% ADHS/ADS-Gene, während es heute nur noch etwa 5% sind. Diese Gene wurden selektioniert.
  • Evolutionärer Vorteil: Im Mittelmeerraum, beispielsweise, haben sich die ADHS/ADS-Gene als Vorteil bestätigt, möglicherweise weil diese Menschen gut im Multitasking sind und eine breite Aufmerksamkeit besitzen, die es ihnen ermöglicht, Gefahren schnell zu sehen.

3. Familiengeschichte und Blutsverwandtschaft

Die genetische Vererbung kann durch die Analyse der Familiengeschichte sichtbar gemacht werden.

  • Dr. Davatz schaut in ihrer Praxis immer drei Generationen an.
  • Dabei stellt sie fest, dass in diesen Blutlinien oft psychische Störungen wie Alkoholismus, Schizophrenie oder bipolare Störungen auftraten, bevor die Enkelkinder mit ADHS/ADS diagnostiziert werden.
  • Man kann in der Blutlinie zurückschauen und sehen, woher diese Veranlagung kommt.
  • Kinder der gleichen Eltern haben nicht exakt die gleiche Mischung der Gene, aber eine ähnliche.

4. Genetische Veranlagung vs. Epigenetik und Trauma

Obwohl ADHS/ADS primär genetisch bedingt ist, wird die Rolle der Umwelt und erworbener Faktoren durch die Epigenetik ergänzt.

  • Genetik zuerst: ADHS/ADS selbst wird genetisch vererbt und ist keine traumatische, epigenetische Angelegenheit.
  • Potenzielle Veranlagungen: In den Genen existieren potentielle Veranlagungen, die eventuell nicht aktiv sind, aber plötzlich auftreten können, wenn ein starkes Drama hinzukommt.
  • Epigenetik als Einfluss: Die Epigenetik kommt zur Genetik hinzu. ADHS/ADSler sind aufgrund ihrer hohen Sensibilität sehr viel vulnerabler für epigenetische Vererbung.
  • Trauma-Weitergabe: Großeltern können Traumatas an ihre Kinder und diese wiederum an ihre Kinder weitergeben.

Der genetische ADHS/ADS-Typ kann daher als übergeordnet betrachtet werden, während andere psychische Störungen, die sich daraus entwickeln, als Folgekrankheiten oder untergeordnete Krankheiten angesehen werden, wenn ein nicht-artgerechter Umgang oder Stress hinzukommt.

5. Forschung zur Interaktion von Genen und Umfeld

Aktuell läuft eine Studie, an der Dr. Davatz beteiligt ist, um die genetischen Grundlagen und deren Interaktion mit dem Umfeld zu untersuchen.

  • Die Studie (mit Prof. Dr. med. Marc Walter und Prof. Dr. med. Sven Cichon) umfasst die Entnahme von Blut oder Speichel für einen Gentest, sowie die Betrachtung der Erziehung und des Umgangs mit den Betroffenen.
  • Ziel ist es, die Interaktion zu sehen: Wie wurde mit diesen Kindern umgegangen und was ergibt sich daraus?

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ADHS/ADS Neurotyp

ADHS/ADS wird in den vorliegenden Quellen nicht primär als Krankheit, sondern als ein spezifischer Neurotyp diskutiert, der besondere genetische Veranlagungen und Eigenschaften aufweist.

Hier ist eine detaillierte Diskussion des ADHS/ADS Neurotyps basierend auf den bereitgestellten Informationen:

1. Genetische und neurobiologische Grundlagen des ADHS/ADS-Typs

Der ADHS/ADS-Typ wird als Genotyp oder genomischer Typ beschrieben. Es handelt sich dabei um einen Menschentyp, dessen Eigenschaften durch viele vererbte Gene bedingt sind, nicht nur durch ein einzelnes Gen. Dr. Davatz beschäftigt sich seit über 40 Jahren mit diesem Typ (früher als POS bekannt).

Wesentliche Merkmale des Gehirns und Temperaments:

  • Neurodiversität: Heute spricht man von Neurodiversität oder Neurodivergenz. Dr. Davatz betont, dass dieser Typ ein sensibler Neurotyp ist und keine Krankheit. Die Gesellschaft braucht diese „anderen Leute“, da eine Population mit unterschiedlichen Genkombinationen besser überlebt als eine homogene.
  • Vernetzung des Gehirns: Das emotionale Gehirn der ADHS/ADSler ist stärker mit dem gesamten Gehirn vernetzt, was zu stärkeren Reaktionen führt. Im Gegensatz zur typischen Entwicklung, bei der das sogenannte Synaptic Pruning (Kappen von Schaltstellen) in der Pubertät stattfindet, bleibt diese stärkere Vernetzung bei ADHS/ADSlern länger erhalten. Dies bedeutet, dass sie später reifen, aber auch die Fähigkeit zum grenzüberschreitenden Denken haben.
  • Sensibilität und Impulsivität: Charakteristisch ist eine hohe Sensibilität und eine leichte Verletzlichkeit, gepaart mit einer starken Impulsivität. Es wird oft angenommen, dass Aggressivität und Sensibilität sich ausschließen, was hier widerlegt wird: ADHS/ADSler sind sehr sensibel und gleichzeitig sehr impulsiv.
  • Reaktionstyp: ADHS/ADSler gelten als ein hyperergischer Reaktionstyp.

2. Herausforderungen und Folgeerkrankungen

Dieser Menschentyp neigt zu einer schwierigeren Stressverarbeitung. Sie sind vulnerabler (verletzlicher) in Bezug auf Stress.

Folgekrankheiten versus Komorbidität:

Dr. Davatz argumentiert, dass die in der Psychiatrie oft diskutierte Komorbidität (gleichzeitiges Vorliegen mehrerer Krankheiten) bei ADHS/ADS falsch sei. Sie betrachtet andere psychische Störungen stets als Folgekrankheiten. Wird ein Mensch mit diesem Neurotyp stark gestresst oder wird nicht persönlichkeitsgerecht mit ihm umgegangen, kann er körperliche und psychische Folgeerkrankungen entwickeln.

Beispiele für Folgeerkrankungen, die in ADHS/ADS-Familien auftreten können:

  • Schizophrenie und bipolare Störungen.
  • Delinquenz (besonders bei Jungen, die aggressiv werden). Viele „misslungene ADHS/ADSler“ sind in Gefängnissen zu finden.
  • Essstörungen und Borderline-Persönlichkeitsstörung.
  • Alkoholismus (oft in früheren Generationen sichtbar).
  • Suchterkrankungen treten generell häufiger bei ADHS/ADSlern auf.

Soziale und zeitliche Auswirkungen:

  • Dieser Neurotyp führt häufiger zu Konflikten, Scheidungen und Jobabbrüchen in den Familien.
  • Es besteht ein signifikanter Unterschied in der Lebenserwartung: Frauen mit ADHS/ADS sterben 10 Jahre früher, Männer 7 Jahre früher. Dies wird darauf zurückgeführt, dass Frauen dazu neigen, sich mit ihrer Sensibilität anzupassen und sich ausbeuten zu lassen, was dazu führt, dass sie selbst zu kurz kommen.
  • ADHS/ADS-Kinder sind sehr sensibel und übernehmen oft zu viel emotionale Verantwortung für dysfunktionierende Eltern oder das ganze soziale System; wenn es zu viel wird, explodieren sie oder werden krank.

3. Umgang, Umfeld und Erziehung

Die Art und Weise, wie mit dem ADHS/ADS-Neurotyp umgegangen wird, ist entscheidend, da das Gehirn ein plastisches Organ ist und durch die Interaktion mit dem Umfeld beeinflusst wird.

Notwendigkeit eines „artgerechten“ Umgangs:

  • Es ist essenziell, dass diese Kinder artgerecht, persönlichkeitsgerecht und temperamentgerecht geführt und behandelt werden. Geschieht dies, kann der Neurotyp Spitzenleistungen hervorbringen (z. B. im Sport oder in der Wissenschaft). Wird das Potential zerstört, bleibt viel menschliches, geistiges Potential ungenutzt.
  • Wichtig ist, dass das erzieherische Umfeld (Eltern, Lehrpersonen) frühzeitig unterstützt wird, idealerweise schon im Kindergarten, um die Entwicklung von Krankheiten zu verhindern.

Kritik an bestehenden Systemen:

  • Die Psychiatrie wird kritisiert, weil sie oft nur das Individuum anschaut, Symptome behandelt und wenig bis gar nicht mit dem Umfeld umgeht (Titel: „Psychiatrie im Offside“).
  • Das Schulsystem hat generell noch nicht gelernt, mit diesen Kindern umzugehen. Das Wissen an Lehrerseminaren ist karg oder gar nicht vorhanden.
  • Bestrafung und Belohnung: Erziehungsmethoden wie das Smiley-System, Belohnung und Bestrafung, funktionieren bei ADHS/ADS-Kindern nicht und führen zu einem schlechten Selbstwertgefühl und der Entwicklung von Krankheiten. Im Zustand hoher Erregung kann man diese Kinder nicht erziehen; man muss sie immer zuerst beruhigen.

Führung und Unterstützung:

  • ADHS/ADS-Kinder benötigen Führung und Begleitung. Sie müssen lernen, mit ihrem Temperament umzugehen.
  • Sie müssen darin unterstützt werden, sich selbst zu werden; nur dann können sie sich sozial anpassen. Kritik führt dazu, dass sie nicht in der Lage sind, sich anzupassen.
  • Da sie oft unter Langeweile leiden, müssten sie mehr gefüttert werden (mit Aufgaben/Input) [24, 18:06.920].
  • Berufsleben und Fokus: Es ist essenziell, dass ADHS/ADS-Menschen ihren Fokus und ihr Leben finden. Bei der Berufswahl sollten sie nicht nach dem Geld, sondern nach der Stimmigkeit gehen und bei einem unstimmigen Umfeld lieber keine Stelle annehmen.

4. Besondere Merkmale in Bezug auf Aufmerksamkeit und Leistung

Der Begriff Aufmerksamkeitsstörung wird hinterfragt. ADHS/ADS-Personen besitzen eher eine breite Aufmerksamkeit und sind gut im Multitasking [56, 40:43.170].

  • Langeweile: Wenn der Lehrer langweilig ist, suchen sich diese Kinder andere Reize, um nicht einzuschlafen.
  • Leistungsprofil: Sie haben oft ein unausgeglichenes Leistungsprofil. Sie können in gewissen Teilbereichen ganz große Fähigkeiten und Spitzenleistungen aufweisen, in anderen jedoch schlechte Leistungen zeigen.
  • Überlastung: ADHS/ADSler sind sehr begeisterungsfähig, verausgaben sich stark und brechen dann zusammen. Sie müssen lernen, selbst „Stop“ zu sagen.

5. Medikamente und Therapie

Medikamente und Therapie ergänzen sich. Medikamente sind in Akutsituationen enorm hilfreich und werden zum Runterfahren/Dämpfen oder Hochfahren/Motivieren eingesetzt, um die Stimmung zu regulieren.

Allerdings wird das Umfeld durch Medikamente nicht verändert, und die Menschen lernen nicht besser, mit ihrem Temperament umzugehen. Dr. Davatz kritisiert die Psychiatrie, wenn sie nur bei den Medikamenten stehen bleibt. Das Ziel sollte sein, Medikamente immer weiter zu reduzieren.

Die systemische Therapie/Familientherapie, die das Umfeld mit einbezieht, ist heutzutage selten geworden. Bei ADHS/ADS-Betroffenen muss immer der ganze Mensch und das ganze System unterstützt werden.

Hinweis zu Ritalin: Obwohl Ritalin für Kinder die Schule oder die Handhabung erleichtern kann, dürfen Lehrer von den Eltern nicht verlangen, dass das Kind Ritalin nehmen muss. Die Entscheidung liegt bei den Eltern.

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Sensibilität bei ADHS/ADS

Dr.med. Ursula Davatz betont, dass Menschen mit ADHS/ADS als „hochsensibel“ gelten. Diese Sensibilität ist ein zentrales Merkmal ihres „anderen Neurotyps“, der genetisch vererbt ist und nicht „wegerzogen“ werden kann. Diese erhöhte Sensitivität beeinflusst, wie ADHS/ADS-Kinder ihre Umwelt wahrnehmen, auf Interaktionen reagieren und wie sie erzogen werden sollten.

Manifestationen der Sensibilität bei ADHS/ADS-Kindern:

  • Emotionale Sensibilität:
    • ADHS/ADS-Kinder werden schnell verletzt.
    • Jungen reagieren auf Verletzungen tendenziell mit Aggression und Kampf.
    • Mädchen reagieren auf Verletzungen eher mit Flucht, Rückzug oder übermässiger Anpassung, um Konflikte zu vermeiden. Diese Überanpassung kann später im mittleren Alter zu Erschöpfung, Depressionen und Burnout führen.
    • Sie sind sehr sozial und möchten, dass es dem Kollektiv gut geht, was dazu führen kann, dass sie sich auf eigene Kosten überanpassen.
  • Breite Aufmerksamkeit und Reizüberflutung (System Overload):
    • ADHS/ADS-Kinder haben eine „sehr schnelle und breite Aufmerksamkeit“ und nehmen sofort alles in einem Raum wahr, einschliesslich der Stimmungen anderer Menschen.
    • Diese breite Aufmerksamkeit kann in grossen Menschenmengen oder Schulklassen zu einem „System Overload“ führen, bei dem das emotionale System überfordert und überlastet wird und zusammenbricht.
    • Wenn die Lernumgebung oder der Unterricht nicht spannend genug ist, sind sie schnell abgelenkt und suchen nach interessanteren Reizen.
  • Sensorische Sensibilität:
    • Sie können in verschiedenen sensorischen Bereichen sehr empfindlich sein.
    • Gehör: Manche mögen keinen Lärm und reagieren empfindlich auf Geräusche, andere haben ein absolutes Musikgehör, das durch Nebengeräusche gestört wird.
    • Tastsinn: Sie können bestimmte Materialien auf der Haut nicht ertragen, wie Kunstfasern oder Wolle, die „beissen“.
    • Lichtempfindlichkeit: Ein Kind war zum Beispiel so lichtempfindlich, dass es eine spezielle Brille benötigte, um besser lesen zu können.
    • Essverhalten: Einige sind sehr wählerisch beim Essen und essen nur wenige spezifische Dinge, was aber nicht unbedingt zu Mangelernährung führt.
  • Gerechtigkeitssinn:
    • ADHS/ADS-Kinder haben einen hohen Gerechtigkeitssinn und reagieren heftig auf Ungerechtigkeit.
    • Ein Mädchen verweigerte zum Beispiel die Schule, weil sie die Ungerechtigkeit der Lehrperson im Umgang mit der Klasse nicht ertragen konnte.

Implikationen der Sensibilität für Erziehung und Umgang:

  • Kommunikation im „Low Arousal“ Zustand: Es ist entscheidend, Botschaften in einem tiefen Erregungszustand (Low Arousal) zu übermitteln. Im hocherregten Zustand (High Arousal) laufen bei ADHS/ADS-Kindern nur Reflexe (Kampf, Flucht, Totstellen, Necken) ab, und es können keine vernünftigen Verhaltensweisen oder Belehrungen aufgenommen werden. Erziehende müssen zuerst selbst zur Ruhe kommen und dann dem Kind helfen, sich zu beruhigen.
  • Umgang mit Verletzungen: Wenn ein ADHS/ADS-Kind verletzt wurde, muss die Verletzung immer zuerst validiert werden („was hat dich dort verletzt?“), bevor gemeinsam nach Lösungen gesucht wird.
  • Vermeidung von Strafen und Beschämung: Strafen, Belohnungen und Drohungen funktionieren bei ADHS/ADS-Kindern nicht, da Reflexverhalten nicht durch Strafen verändert werden kann. Beschämung ist besonders schädlich und kann dazu führen, dass ein Kind die Schule verweigert, wenn es sich zum Beispiel wegen Legasthenie öffentlich gedemütigt fühlt. Stattdessen ist Führung und Unterstützung gefragt.
  • Persönlichkeitsgerechte Erziehung und Differenzierung: Es ist wichtig, eine „persönlichkeitsgerechte Erziehung“ und einen „bedarfgerechten Umgang mit neurodivergenten Kindern“ zu praktizieren. Dies bedeutet, das Kind individuell zu beobachten und zu verstehen, anstatt von Schemata auszugehen. Es ist erlaubt und notwendig, Kinder unterschiedlich zu behandeln und differenzierten Unterricht anzubieten, da nicht alles, was für alle funktioniert, auch für jedes einzelne Kind passt.
  • Umgang mit Risikobereitschaft: Die Risikofreudigkeit von ADHS/ADS-Kindern, die nach extremen Situationen und Dopaminausschüttung suchen, sollte nicht unterbunden, sondern begleitet werden. Ein Verbot führt oft zu heimlicherem und gefährlicherem Verhalten. Stattdessen sollte man dem Kind helfen, seine eigenen Grenzen zu spüren und verantwortungsvoll mit Risiken umzugehen.
  • Rolle der Beziehung: Lernen bei Menschen geschieht an erster Stelle über das emotionale Gehirn und die Beziehung. „Ohne Beziehung gibt es keine Erziehung“. Lehrer und Eltern sind heute wichtiger denn je, um Kindern emotionale Intelligenz zu vermitteln und die Beziehung zu pflegen, da diese nicht über digitale Medien erlernt werden kann. Auch Konflikte sollten in der Interaktion ausgetragen werden, da dies zum menschlichen Lernen gehört.
  • Eltern und Lehrer: Es besteht oft eine gegenseitige Angst zwischen Eltern und Lehrern, die die Zusammenarbeit erschwert. Dr. Davatz fordert mehr Unterstützung und Systemberatung für Lehrpersonen, um den Umgang mit schwierigen Kindern zu verbessern und sie nicht vorschnell in die Kinderpsychiatrie zu schicken.
  • Rituale zum Herunterfahren: Besonders für Kinder, die aufgrund ihrer Gedanken und Reizverarbeitung schwer einschlafen können, sind regelmässige Rituale zum Herunterfahren wichtig. Dies kann ein Bettritual sein oder für ältere Kinder das Aufschreiben von Gedanken, um Erlebnisse zu verarbeiten und abzulegen.

Zusammenfassend ist die Sensibilität ein grundlegendes Merkmal des ADHS/ADS-Neurotyps, das sowohl Herausforderungen als auch Stärken mit sich bringt. Ein angepasster, beziehungsorientierter und individueller Erziehungsansatz, der diese Sensibilität berücksichtigt, ist entscheidend für die gesunde Entwicklung dieser Kinder.

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Medikamenteneinsatz bei ADHS/ADS

Dr.med. Ursula Davatz bespricht den Einsatz von Medikamenten bei ADHS/ADS-Kindern ausführlich und mit einer differenzierten Haltung.

Arten und Wirkung von Medikamenten bei ADHS/ADS Medikamente wie Ritalin, Concerta, Elvanse und Medikinet werden zur Behandlung von ADHS/ADS eingesetzt. Dr. Davatz bezeichnet diese als „Stressmedikamente“, die den Stresspegel erhöhen, um eine Fokussierung zu ermöglichen. Diese Wirkung hängt mit der Ausschüttung von Dopamin zusammen, und im Extremfall kann dies auch zu „Sensation Seeking“ führen. Durch den erhöhten Stress steigt die Leistungsfähigkeit vorübergehend an.

Vorteile der Medikation Die Einnahme dieser Medikamente kann zu einer besseren Fokussierung führen. Die Schulleistung kann sich um ein bis zwei Noten verbessern, was „sehr verführerisch“ sein kann, da es dem Kind den Weg zu einer besseren Schule oder Ausbildung ebnet. Ritalin kann beispielsweise auch wie eine Schlafmedikation wirken, indem es fokussiert, ohne zu sedieren.

Nachteile und Bedenken der Medikation Dr. Davatz weist darauf hin, dass diese Medikamente, da es sich um Amphetamine handelt, auch „ausbeuten“ können. Kinder, die diese Medikamente einnehmen, merken manchmal, dass sie „nicht mehr sich selber“ sind und sich nicht mehr „so gut spüren“ [50, 27:56.780]. Für Dr. Davatz ist es jedoch wichtig, dass die Persönlichkeit des Kindes und sein Selbstgefühl entwickelt werden, nicht nur die Leistung in der Schule. Medikamente allein können dazu führen, dass der Fokus nur auf Leistung liegt und das Kind sich selbst nicht mehr spürt.

Dr. Davatz’s Haltung zum Medikamenteneinsatz Obwohl Dr. Davatz selbst Medikamente verschreibt und diese nicht grundsätzlich verweigert, betont sie, dass dies nur geschehen sollte, wenn das Kind und die Eltern dies wünschen. Sie geht dabei immer vorsichtiger vor. Sie plädiert dafür, jeden Fall individuell zu betrachten und immer abzuwägen.

Sie kritisiert, dass oft zu viel Geld in die Psychiatrie investiert wird und zu wenig in die Unterstützung von Schulen und Lehrern. Kinder sollten nicht vorschnell in die Kinderpsychiatrie geschickt und pathologisiert werden, indem sie Medikamente erhalten, was dazu führen kann, dass sie sich schlecht fühlen.

Medikamente müssen nicht dauerhaft eingenommen werden. Sie können auch punktuell eingesetzt werden, beispielsweise nur an Schultagen, für Prüfungen, oder sogar nur zur Erledigung spezifischer Aufgaben wie der Steuererklärung im Erwachsenenalter. Sie empfiehlt, die Medikamente in den Ferien wegzulassen, damit sich das Gehirn erholen kann. Ihr Ziel ist es, Kindern und Erwachsenen beizubringen, wie sie mit ihrem Neurotyp umgehen lernen können, anstatt sich ausschliesslich auf Medikamente zu verlassen.

Melatonin als Beispiel für andere Ansätze Zum Melatonin-Spray, das Kindern bei Einschlafproblemen gegeben wird, erklärt Dr. Davatz, dass Melatonin ein körpereigenes Hormon ist, das den Schlafrhythmus beeinflusst. Sie warnt jedoch davor, es „ewigs zu geben“, da ein Eingriff in das hormonelle Gleichgewicht Gegenreaktionen hervorrufen kann. Stattdessen betont sie die Bedeutung von regelmässigen Ritualen zum Herunterfahren für Kinder und Erwachsene, um die Reize des Tages zu verarbeiten und abzulegen, was das Einschlafen erleichtern kann.

https://adhs.expert/wp-content/uploads/2025/07/Schule_Toess_3.7.2025.m4a.pdf

Erziehungsansätze

Dr.med. Ursula Davatz, als Psychiaterin, Familien- und Systemtherapeutin, betont nachdrücklich die zentrale Bedeutung der Beziehung in der Erziehung, insbesondere im Umgang mit ADHS/ADS-Kindern. Ihre Erziehungsansätze basieren auf der Erkenntnis, dass Lernen primär über das emotionale Gehirn erfolgt und nicht ausschliesslich kognitiv.

Grundlegende Prinzipien der Erziehung nach Dr. Davatz:

  • Beziehung als Basis des Lernens: Der Mensch ist das lernfähigste Wesen, und Lernen läuft an erster Stelle über das emotionale Gehirn ab. „Ohne Beziehung gibt es keine Erziehung“. Ein Kind lernt am besten über eine Beziehung. Während reines Wissen heutzutage leicht über das Internet oder KI-Tools wie ChatGPT erworben werden kann, sind emotionale Beziehungen und emotionales Lernen nicht aus dem Internet beziehbar. Emotionale Intelligenz wird ausschliesslich in der zwischenmenschlichen Beziehung gefördert und erlernt.
  • Wachsende Bedeutung der Beziehungspflege: Lehrer und Eltern sind heute wichtiger denn je, um Kindern emotionale Intelligenz zu vermitteln und die Beziehung zu pflegen. Die Beziehungspflege war noch nie so wichtig wie heutzutage.
  • Menschliches Lernen und Konflikt: Echtes menschliches Lernen beinhaltet auch das Austragen von Konflikten in der Interaktion.

Spezifische Erziehungsansätze im Umgang mit ADHS/ADS-Kindern:

ADHS/ADS wird von Dr. Davatz nicht als Krankheit, sondern als ein anderer Neurotyp betrachtet, der genetisch vererbt ist und nicht „wegerzogen“ werden kann. Das Gehirn dieser Kinder ist anders gestaltet und reagiert anders auf die Umwelt.

  1. „Low Arousal“ (Tiefer Erregungszustand) als Kommunikationsbasis:
    • Es ist entscheidend, Botschaften in einem tiefen Erregungszustand zu übermitteln. Sobald man selbst hocherregt ist (High Arousal), wird das Gehirn des Kindes ebenfalls erregter, und es laufen nur noch Reflexe ab (Kampf, Flucht, Totstellreflex, Necken), keine vernünftigen Verhaltensweisen.
    • Man darf ADHS/ADS-Personen im erregten Zustand nicht belehren oder moralisieren. Der erste Schritt ist immer, sich selbst zu beruhigen und dann das Kind zur Ruhe kommen zu lassen, bevor kognitiv an Lösungen gearbeitet werden kann.
    • Eltern und Lehrpersonen sollten frühzeitig handeln, bevor die Situation eskaliert („Man soll etwas sagen, wenn das Wasser bei der Brust steht, nicht wenn das Wasser bei der Nase steht“).
  2. Umgang mit Verletzungen und Konflikten:
    • ADHS/ADS-Kinder sind hochsensibel und werden schnell verletzt. Jungen reagieren auf Verletzungen eher mit Aggression und Kampf, während Mädchen mit Flucht, Rückzug oder übermässiger Anpassung reagieren, was später zu Depressionen und Burnout führen kann.
    • Im Konfliktfall muss immer zuerst die Verletzung validiert werden („was hat dich dort verletzt?“). Erst danach kann gemeinsam erarbeitet werden, wie man in ähnlichen Situationen anders vorgehen könnte.
  3. Alternative zu Bestrafung und Belohnung:
    • Strafen, Belohnungen und Drohungen funktionieren bei ADHS/ADS-Kindern nicht. Reflexverhalten kann nicht durch Strafen verändert werden.
    • Strafen führen zu Hemmung, Phobien, zwanghaftem Verhalten und einem schlechten Selbstwertgefühl. Beschämung, insbesondere öffentlich, ist extrem schädlich und kann zu Schulverweigerung führen.
    • Statt Befehle zu geben, sollten Regeln aufgestellt werden, die das Kind internalisieren kann, um intrinsische Motivation zu fördern. Regeln können auch aufgeschrieben und aufgehängt werden.
    • Es sollte nicht endlos argumentiert werden, da dies zu einem „System Overload“ beim Kind führt und die Eltern als schwach erscheinen lässt. Stattdessen ist es besser, klar zu sagen, was man möchte, und notfalls mit mentaler Kraft durchzusetzen, wenn man auch wirklich dahintersteht.
  4. Anerkennung der kindlichen Autonomie und Persönlichkeitsentwicklung:
    • ADHS/ADS-Kinder können nicht einfach folgen; sie müssen intrinsisch motiviert sein und ihr Interesse muss geweckt werden. Wenn ihr Interesse geweckt ist, können sie einen Hyperfokus entwickeln.
    • Eltern und Erzieher sollten lernen, auch „verlieren“ zu können in Machtkämpfen, besonders in der Pubertät, da dies das Selbstwertgefühl des Kindes stärkt und seine Persönlichkeitsentwicklung fördert. Eine ständige Siegerrolle der Autoritätsperson schwächt die Persönlichkeit des Kindes.
    • Bei Unsicherheit sollte man den ADHS/ADS-Kindern die Steuerung auch einmal selber überlassen, da sie soziale Wesen sind und sich oft selbst steuern können, statt zu „übersteuern“.
  5. „Persönlichkeitsgerechte Erziehung“ und Differenzierung:
    • Dr. Davatz plädiert für eine „persönlichkeitsgerechte Erziehung“ und einen „bedarfgerechten Umgang mit neurodivergenten Kindern“. Dies erfordert, das Kind gut zu beobachten und zu verstehen, anstatt von Schemata auszugehen.
    • Es ist wichtig und erlaubt, Kinder unterschiedlich zu behandeln und differenzierten Unterricht anzubieten. Was für alle funktioniert, funktioniert nicht unbedingt für jedes Kind.
  6. Umgang mit Risikobereitschaft und Sensorik:
    • Risikofreudigkeit bei ADHS/ADS-Kindern sollte nicht unterbunden, sondern begleitet werden. Man kann dem Kind sagen, dass Risikobereitschaft in Ordnung ist, es aber lernen muss, seine eigenen Grenzen zu spüren. Ein Verbot führt nur zu heimlicherem und gefährlicherem Verhalten.
    • Sensibilitäten in verschiedenen Bereichen (Gehör, Tastsinn, Lichtempfindlichkeit, Essverhalten) müssen erkannt und ernst genommen werden.
  7. Rituale für das Herunterfahren:
    • Gerade für Kinder, die viel nachdenken und nicht einschlafen können, sind regelmässige Rituale zum Herunterfahren wichtig. Dies kann ein Bettritual sein oder für ältere Kinder das Aufschreiben von Gedanken des Tages, um Erlebnisse zu verarbeiten und abzulegen.

Kritik an bestehenden Systemen und Forderungen:

  • Kritik an der Psychiatrie und Medikation: Dr. Davatz kritisiert, dass zu viel Geld in die Psychiatrie und zu wenig in die Unterstützung der Schulen und Lehrer investiert wird. Kinder sollten nicht vorschnell in die Kinderpsychiatrie geschickt und pathologisiert werden. Sie verweigert Medikamente nicht, betont aber, dass diese Stressmedikamente sind, die die Leistungsfähigkeit erhöhen, aber auch ausbeuten und das Gefühl für sich selbst verringern können. Der Fokus sollte auf dem Lernen des Umgangs mit dem Neurotyp und der Persönlichkeitsentwicklung liegen.
  • Unterstützung für Lehrpersonen: Lehrpersonen fühlen sich oft allein gelassen und brauchen Unterstützung in Form von Systemberatung und Familientherapie, nicht nur psychiatrische Diagnosen für die Kinder. Wenn ADHS/ADS-Kinder gut in die Klasse integriert und angemessen behandelt werden, führt dies zu mehr Ruhe im Klassenzimmer.
  • Zusammenarbeit von Eltern und Lehrern: Oft besteht eine Angst zwischen Eltern und Lehrern, die die Zusammenarbeit erschwert. Es ist wichtig, diese Angst zu überwinden und trotz unterschiedlicher Rollen zusammenzuarbeiten.
  • Systemische Problematik der Schule: Das aktuelle Schulsystem ist oft überholt und trägt zur Überforderung und zum Burnout von Lehrern bei. Das Bildungssystem muss revidiert werden, um Platz für den Einzelfall und eine persönlichkeitsgerechte Förderung zu schaffen.

Dr. Davatz’s Ansatz ist ein Plädoyer für einen humanen, beziehungsorientierten und individuell angepassten Umgang mit allen Kindern, wobei die spezifischen Bedürfnisse und Stärken des ADHS/ADS-Neurotyps im Vordergrund stehen.

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Die Bedeutung der Beziehung

Dr. Ursula Davatz betont nachdrücklich die zentrale Bedeutung von Beziehung für das Verständnis und den Umgang mit ADHS/ADS, sowohl im familiären als auch im schulischen Kontext. Ihre systemische und familientherapeutische Perspektive legt den Fokus nicht nur auf das Individuum, sondern stets auf die Interaktion.

Die Bedeutung der Beziehung lässt sich in mehreren Schlüsselbereichen zusammenfassen:

  1. Lernen und Erziehung sind untrennbar mit Beziehung verbunden:
    • Der Mensch ist das lernfähigste Wesen auf der Erde. Doch Lernen läuft laut Dr. Davatz nicht primär kognitiv ab, sondern an erster Stelle über das emotionale Gehirn.
    • Ein zentraler Grundsatz ist: „Ohne Beziehung gibt es keine Erziehung“. Ein Kind lernt am besten über eine Beziehung.
    • Während reines Wissen heutzutage leicht über das Internet oder KI-Tools wie ChatGPT erworben werden kann, können emotionale Beziehungen und emotionales Lernen nicht aus dem Internet bezogen werden.
    • Emotionale Intelligenz wird ausschliesslich in der zwischenmenschlichen Beziehung gefördert und erlernt. Dr. Davatz kritisiert, dass KI-Antworten zwar korrekt, aber „nicht lebendig“ und „tot“ sind, weil ihnen die menschliche Beziehung fehlt.
    • Daher sind Lehrer und Eltern heutzutage wichtiger denn je, um Kindern emotionale Intelligenz zu vermitteln und die Beziehung zu pflegen. Die Beziehungspflege war noch nie so wichtig wie heute.
  2. Umgang mit ADHS/ADS-Kindern erfordert Beziehungsfähigkeit:
    • ADHS/ADS-Kinder (und Erwachsene) sind hochsensibel. Ihre Sensibilität führt dazu, dass sie schnell verletzt werden.
    • Mädchen sind von Natur aus sehr beziehungsorientiert. Diese Beziehungsorientierung kann dazu führen, dass sie sich dem Lehrer zuliebe übermässig anpassen, bis hin zur Selbstunterdrückung, was später zu Depressionen und Burnout führen kann. Jungen reagieren auf Verletzungen eher mit Aggression und Kampf.
    • Im Umgang mit ADHS/ADS-Personen ist es entscheidend, einen „tiefen Erregungszustand“ (low arousal) zu bewahren. Im hocherregten Zustand ist das Gehirn noch erregter, und es laufen nur Reflexe ab (Kampf, Flucht, Totstellreflex, Necken), keine vernünftigen Verhaltensweisen.
    • Man darf ADHS/ADS-Personen im erregten Zustand nicht belehren oder moralisieren. Der erste Schritt ist immer, sich selbst zu beruhigen und dann das Kind zur Ruhe kommen zu lassen, bevor kognitiv an Lösungen gearbeitet werden kann.
    • Strafen, Belohnungen und Drohungen funktionieren bei ADHS/ADS-Kindern nicht, da Reflexverhalten nicht durch Strafen verändert werden kann und Beschämung zu Rückzug, Phobien oder zwanghaftem Verhalten führt, aber nicht zu Lernbereitschaft.
    • Statt Befehle zu geben, sollten Regeln aufgestellt werden, die vom Kind internalisiert werden können, um intrinsische Motivation zu fördern.
    • Eltern sollten nicht endlos argumentieren, da dies zu einem „System Overload“ beim Kind führt und die Eltern als schwach erscheinen lässt. Stattdessen ist es besser, klar zu sagen, was man möchte, und notfalls mit mentaler Kraft durchzusetzen.
    • Es ist auch wichtig, als Erziehungsperson „verlieren“ zu können, um das Selbstwertgefühl des Kindes zu stärken und seine Persönlichkeitsentwicklung nicht einzuschränken.
    • Dr. Davatz befürwortet eine „persönlichkeitsgerechte Erziehung“ und einen „bedarfgerechten Umgang mit neurodivergenten Kindern“.
  3. Systemische Unterstützung und Zusammenarbeit:
    • Das Umfeld, einschliesslich Eltern und Lehrpersonen, muss lernen, mit ADHS/ADS-Kindern umzugehen. Dies ist die Hauptsache.
    • Dr. Davatz, als Systemtherapeutin und Familientherapeutin, berät die Erziehungspersonen (Eltern) im Umgang mit dem Kind. Sie kritisiert, dass zu viel Geld in die Psychiatrie und zu wenig in die Unterstützung der Schulen und Lehrer investiert wird.
    • Lehrpersonen fühlen sich oft allein gelassen und brauchen Unterstützung in Form von Systemberatung und Familientherapie, nicht nur psychiatrische Diagnosen für die Kinder.
    • Es besteht oft eine Angst zwischen Eltern und Lehrern, die die Zusammenarbeit erschwert.
    • Wenn ADHS/ADS-Kinder gut in die Klasse integriert und angemessen behandelt werden, führt dies zu mehr Ruhe im Klassenzimmer.
    • Es ist wichtig und erlaubt, Kinder unterschiedlich zu behandeln und differenzierten Unterricht anzubieten.

Zusammenfassend ist die Beziehung der Grundpfeiler einer erfolgreichen Erziehung und des Lernens, insbesondere für ADHS/ADS-Kinder. Sie ist der entscheidende Faktor, um die einzigartigen Merkmale dieses Neurotyps zu würdigen, adäquat auf Herausforderungen zu reagieren und die Persönlichkeitsentwicklung zu fördern, anstatt Symptome zu pathologisieren oder zu unterdrücken. Die Qualität der Beziehung und die Fähigkeit der Erwachsenen, sich an die Bedürfnisse des Kindes anzupassen und in einem ruhigen Zustand zu interagieren, sind hierbei von grösster Bedeutung.

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