Dr.med. Ursula Davatz kritisiert den Umgang mit ADHS/ADS im heutigen Schulsystem scharf. Sie sieht die gängigen Praktiken als unangemessen und schädlich an und vergleicht sie mit Methoden aus dem Mittelalter, die auf Belohnung und Bestrafung basieren. Dies sei bei ADHS/ADS-Kindern wirkungslos und führe lediglich zu einer Schädigung ihres Selbstwertgefühls.
Statt auf individuelle Förderung zu setzen, herrsche im Schulsystem eine „Gleichmacherei“ vor, die die besonderen Bedürfnisse dieser Kinder ignoriert. Dr. Davatz bemängelt, dass viele Lehrer nicht ausreichend über ADHS/ADS informiert sind und die Kinder deshalb oft fehlinterpretieren.
Ein Beispiel hierfür ist der Fall eines hochintelligenten Jungen mit ADHS/ADS, der in Mathematik unterfordert war und deshalb Selbstmordgedanken entwickelte. Dr. Davatz‘ Vorschlag, dem Jungen zusätzliche Aufgaben zu geben, wurde von den Lehrern mit dem Argument abgelehnt, dass alle Kinder gleich behandelt werden müssten.
Besonders problematisch findet Dr.med. Ursula Davatz den Einfluss der Lehrer auf die medikamentöse Behandlung. Sie kritisiert, dass Lehrer oft Druck auf die Eltern ausüben, ihre Kinder mit Medikamenten zu behandeln, obwohl die Entscheidung darüber allein bei den Eltern und dem Kind liegen sollte.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Dr.med. Ursula Davatz das heutige Schulsystem als ungeeignet für ADHS/ADS-Kinder betrachtet. Sie fordert eine grundlegende Reform, die die Neurodiversität respektiert und individuelle Förderung in den Vordergrund stellt.
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