Diplom- und Abschlussfeier Mütterberaterinnen 2016
Ort: Mühlemattstrassse 42, 5001 Aarau
13.07.2016, 15.30 Uhr, (Ansprache Dr.med. Ursula 16.05-16.10 Uhr)
Vortrag als PDF: „Die Rolle der Mütterberatung in unserer heutigen Gesellschaft“
Transkript
Vortrag vom 13.07.2016 um 16.05 Uhr
Mütterberatung, im Careum Weiterbildung,
Mühlemattstrasse 42, 5001 Aarau
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„Die Rolle der Mütterberatung
in unserer heutigen Gesellschaft“
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Dr. med. Ursula Davatz
http://www.ganglion.ch; http://schizo.li/
– Die Mübe und Väbe hat oder sollte eine absolut zentrale Rolle in unse-
rer Gesellschaft haben, überlebenstechnisch gesehen.
– Es ist nicht mehr der Kindstod oder das Kindsbettfieber, welche das
Überleben des Menschen bedrohen.
– Es sind viel mehr die gesellschaftlichen Umstände, der permanente
Wettkampf in der globalisierten Marktwirtschaft, die Reduktion des
menschlichen Lebens auf Kennzahlen, Statistiken und Algorithmen,
mittels welcher der Mensch im Kollektiv vermessen und verwaltet wird.
– Die individuelle Entwicklung eines jeden Einzelnen, seine persönliche
Lebensgeschichte geht dabei verloren.
2
– Auch die Medizin und das Gesundheitswesen sind diesem Vermes-
sungswahn verfallen unter dem schönen „tag“ dem Begriff des TQM,
der „evidence based medicine“, der Effizienzsteigerung.
– Die Krankenkassenprämien gehen jedes Jahr in die Höhe, obwohl
man seit über 30 Jahren vom Sparen im Gesundheitswesen redet und
sich viele Ökonomen damit befassen und Tagungen und Weiterbil-
dungen über dieses Thema veranstaltet werden.
– Um im Gesundheitswesen Geld zu sparen muss man eine möglichst
gesunde Entwicklung des einzelnen menschlichen Lebens von Tag
eins an unterstützen.
– Sie als Mübe und Väbe sind die Akteure im Gesundheitswesen, wel-
che an erster Stelle in der Lage sind, der Mutter-Kind-Beziehung und
der Vater-Kind-Beziehung von Anfang an zu einem guten Start zu ver-
helfen.
– Sie unterstützen das Familiensystem in einem natürlichen kritischen
Augenblick und haben somit eine riesige präventive Funktion.
– Eine Studie aus Canada; „early intervention study“, zeigt den Spar-
effekt.
– Doch verwenden Sie dabei nicht den medizinischen Ansatz, der den
Menschen aufteilt in viele verschiedene Spezialgebiete über verschie-
dene Dysfunktionen und Krankheitsbilder.
3
– Verwenden Sie dabei ein ganzheitliches systemisches Denken, richten
Sie Ihren Blickwinkel auf das ganze Familiensystem aus, arbeiten Sie
ressourcen-, problemlösungs- und entwicklungsorientiert und be-
kämpfen Sie nicht die verschiedenen Krankheitsbilder, welche das
System in lauter Teile verfallen lassen.
– Seien Sie mutig und haben Sie keine Angst vor Futterneid und Kom-
petenzstreitigkeiten, arbeiten Sie aber auch mit den verschiedenen
Helfersystemen zusammen, denn diese gehören auch zum System,
wie die Planeten zum Solarsystem gehören.