Die Rolle des Wohlbefindenssystems bei Sucht

Das Wohlbefindenssystem, auch als Belohnungssystem bezeichnet, spielt eine zentrale Rolle bei der Entwicklung einer Sucht. Es ist Teil der menschlichen Stressreaktion und wird durch verschiedene Verhaltensweisen aktiviert, die ein Gefühl von Wohlbefinden oder Glück auslösen.

Hier sind einige wichtige Punkte zur Rolle des Wohlbefindenssystems bei Sucht:

  • Aktivierung durch natürliche Verhaltensweisen: Das Wohlbefindenssystem wird durch lebensnotwendige Verhaltensweisen wie Essen, Trinken, Schlafen und Sexualität aktiviert. Diese natürlichen Aktivitäten führen zur Ausschüttung von Endorphinen, die ein Gefühl der Befriedigung hervorrufen.
  • Aktivierung durch Suchtmittel: Substanzen wie Morphin, Heroin, Alkohol, Schlafmittel und Tranquilizer können das Wohlbefindenssystem ebenfalls aktivieren. Diese Substanzen imitieren die Wirkung von Endorphinen und führen zu einem starken Glücksgefühl. Sie können das natürliche Wohlbefinden ersetzen.
  • Sucht als Ersatz für natürliche Befriedigung: Wenn das Wohlbefindenssystem regelmäßig durch Suchtmittel aktiviert wird, kann es zu einer Gewöhnung kommen. Das bedeutet, dass natürliche Verhaltensweisen, die früher Befriedigung brachten, weniger wirksam werden. Die Person kann sich dann immer mehr auf die Suchtmittel konzentrieren, um das gewünschte Wohlbefinden zu erreichen.
  • Teufelskreis der Sucht: Die regelmäßige Aktivierung des Wohlbefindenssystems durch Suchtmittel kann zu einem Teufelskreis führen. Die Person wird abhängig von der Substanz, um sich gut zu fühlen, und vernachlässigt andere wichtige Aspekte des Lebens. Entzugserscheinungen treten auf, wenn die Substanz nicht mehr eingenommen wird, was den Suchtdruck verstärkt.
  • Sucht als Problem- und Stresslöser: Suchtmittel werden oft als schnelle Lösung für Probleme oder Stress eingesetzt, da sie eine sofortige Veränderung des psychischen Befindens bewirken. Die durch den Substanzkonsum erzeugte Befriedigung ist jedoch nur von kurzer Dauer und löst die zugrunde liegenden Probleme nicht.
  • Fluchtverhalten: Sucht kann auch als Flucht vor schwierigen Situationen oder Gefühlen dienen. Durch den Konsum von Suchtmitteln kann die Person emotionalen Abstand gewinnen und sich vorübergehend besser fühlen. Die zugrundeliegenden Probleme werden aber nicht gelöst, sondern oft noch verstärkt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Wohlbefindenssystem eine entscheidende Rolle bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Sucht spielt. Es wird durch Substanzen aktiviert, die ein starkes Gefühl der Befriedigung auslösen, und kann dazu führen, dass natürliche Verhaltensweisen vernachlässigt werden. Dies führt zu einem Teufelskreis der Abhängigkeit, bei dem die Person immer mehr auf die Suchtmittel angewiesen ist, um sich gut zu fühlen.

Auszug aus dem Buch

Unterschiede in der Ausprägung von ADHS-Symptomen zwischen Frauen und Männern

Gemäss dem Artikel äussern sich ADHS-Symptome bei Frauen und Männern unterschiedlich.

  • Männer mit ADHS neigen dazu, schnell aggressiv und impulsiv zu reagieren.
  • Frauen mit ADHS sind eher zurückhaltend und unterdrücken ihre Impulsivität. Sie sind sehr empathisch, nehmen ihre Umgebung schnell wahr und entwickeln sich oft zu Helfertypen. Dies kann dazu führen, dass sie sich selbst vernachlässigen und später eher Depressionen entwickeln.

Zusätzlich zu den geschlechtsspezifischen Unterschieden in der Symptompräsentation beschreibt der Artikel weitere allgemeine Merkmale von ADHS:

  • Menschen mit ADHS reden schnell, haben eine stärkere Intonation und wechseln oft das Thema.
  • Sie sind oft grenzüberschreitend in zwischenmenschlichen Beziehungen und können im Strassenverkehr impulsiv sein.
  • ADHS-Betroffene denken intensiv über Dinge nach.
  • Sie können schnell eine Verbindung zu anderen aufbauen und sie begeistern, aber auch schnell anecken.
  • Konflikte eskalieren bei ihnen schnell und heftig, und Beziehungen können impulsiv abgebrochen werden.
  • Sie sind anfällig für Stress und Hyperreaktivität, was für ihr Umfeld belastend sein kann.
  • Der „Dauerstress“ kann zu Folgeerkrankungen und Entzündungen führen.

Es ist wichtig zu beachten, dass ADHS nicht als Krankheit, sondern als Persönlichkeitstyp betrachtet wird. Mit einem guten Umfeld und dem richtigen Umgang mit ihren Eigenschaften können Menschen mit ADHS sehr erfolgreich sein.

https://www.20min.ch/story/wer-adhs-hat-kann-berge-versetzen-462319848699

Schizophrenia is a complex disorder with causes that include both genetic and environmental factors

https://books.apple.com/us/book/ad-h-d-and-schizophrenia/id1451739789

Schizophrenia is a complex disorder with causes that include both genetic and environmental factors. Current research focuses primarily on neurochemistry, neuropsychology, and genetics, with less attention given to psychosocial aspects.

Genetic Factors:

  • ADHD is considered a genetically predisposed condition that can lead to various mental health issues. A study with over 60,000 patients found that the same genetic constellations appear in schizophrenia, manic-depressive psychosis, severe depression, and ADHD.
  • ADHD, with a 30% genetic determination, is regarded as an inherited susceptibility to other mental disorders.
  • Individuals with ADHD have an increased sensitivity to emotions within their families and react impulsively to parental stress.

Environmental Factors:

  • Stressful family environments play a central role in the development of schizophrenia, often in the form of emotional burdens accumulated over generations.
  • Children with ADHD are particularly sensitive to emotional tensions in their family environment.
  • Chronic conflicts between parents and disturbed separation processes can lead to an escalation of emotions.
  • Stressful communication styles, such as impatience, an urging tone, rapid communication flow, an irritated undertone, as well as associative, unclear, and indirect communication, can contribute to the development of schizophrenia.
  • Double-bind communication, where contradictory messages are conveyed simultaneously on different levels, can also be harmful.
  • Avoidance of conflicts and the denial of individual perception to maintain family peace are further characteristics of family systems with schizophrenia.
  • Discrepancies between paternal and maternal parenting styles can lead to divided loyalty in children.
  • Traumatic experiences and stress can permanently alter brain structure and function.

Other Important Aspects

  • Cannabis use can be a risk factor for psychosis, particularly in adolescents. One study showed that over 90% of young adults with a first diagnosis of schizophrenia were regular cannabis users.
  • Puberty is a sensitive phase where suppressed emotions and difficulties in separation from parents can trigger schizophrenia.
  • Biographical stressors, such as unhappy love relationships, sexual issues, or conflicts in the professional environment, can also trigger a psychotic episode.
  • The role of the family: Schizophrenia can be interpreted as an expression of disturbed family dynamics, where the affected family member often takes on a functional role and reveals unresolved conflicts. The illness often serves to keep the family together, and the affected person may become a mediator or „diplomat“ within the family.

Ursula Davatz’s Hypothesis

Ursula Davatz’s model suggests that schizophrenia is a multi-stage process that occurs in individuals with ADHD and is influenced by interaction with the family context. She emphasizes the role of „emotional monster waves“ that build up over generations in families and can trigger psychosis in sensitive individuals during puberty.

The author concludes that schizophrenia is not only a disease of an individual but also the result of a failure in the emotional process within a family system.

 

Jugendpolitik

Transkription

Quelle: „Jugendpolitik83_20.6.1983.pdf“ (Podiumsgespräch der Freisinnigen Ortspartei Beinwil am See, 20.6.1983, Referentin: Dr. med. Ursula Davatz)

1. Hauptthema: Jugend als Träger von Kreativität und Innovation

  • Grundannahme: Die Jugend ist von Natur aus kreativ und innovativ. Diese Eigenschaften sind essenziell für die Zukunft.
  • Tierisches Beispiel: Bei Affen haben junge Tiere neue Verhaltensweisen im Umgang mit Futter (z.B. Waschen von Süsskartoffeln, Trennen von Getreide und Sand) entwickelt und die älteren Tiere haben dies übernommen. „Im Zusammenhang mit Wildbeobachtungen von Affen konnte festgestellt werden, dass die Einführung von neuen kreativen Verhaltensmustern immer von Jungtieren aus ging.“
  • Menschliches Beispiel: Viele wichtige Erfindungen und künstlerische Werke stammen von jungen Menschen (z.B. Einsteins Relativitätstheorie mit 23 Jahren). „So hat zum Beispiel Einstein seine Relativitätstheorie schon im Alter von 23 Jahren aufgeschrieben“.
  • Fazit: Der kreative Impuls der Jugend sollte nicht unterschätzt werden. „Damit möchten wir zeigen, dass dem jugendlichen Alter ein kreativer Impuls eigen ist, der nicht unterschätzt werden sollte.“

2. Herausforderungen der heutigen Zeit für die Jugend

  • Wissensüberlastung: Die Menge an Wissen steigt ständig, was dazu führt, dass Jugendliche immer länger ausgebildet werden müssen. „Die moderne Zeit der fortgeschrittenen Technik und Wissenschaften ist dadurch ausgezeichnet, dass täglich neues Wissen auf den „Wissensmarkt“ kommt.“
  • Verlängerte Abhängigkeit: Durch die längere Ausbildung sind Jugendliche länger finanziell von ihren Eltern abhängig.
  • Verlängerte Adoleszenz: Die Pubertät setzt heute früher ein, was die Phase der Adoleszenz verlängert und zu Krisen führen kann.
  • Verlust des kreativen Impulses: Das System kann den kreativen Impuls der Jugendlichen nicht nutzen:
  • Aussteiger: Sie haben zwar Ideen, sind aber vom System ausgeschlossen.
  • Angepasste: Sie sind im System integriert, haben aber ihre Kreativität verloren. „Somit geht unserem heutigen Gesellschaftssystem der jugendliche Impuls zur Kreativität und Innovation oft leider verloren.“

3. Ansätze und Möglichkeiten zur Veränderung

  • Prioritätensetzung: Mehr Geld und Gedanken in die Umstrukturierung des Umfelds der Jugend investieren (insbesondere die Schule) und weniger in die Symptombekämpfung (z.B. Drogen).
  • Fokus auf Methodenkompetenz: Weniger Wert auf die Vermittlung von Fachwissen legen, sondern die natürlichen Erkundungsbedürfnisse der Jugendlichen fördern. „Generell wäre dabei der Grundsatz zu verfolgen, dass man weniger Gewicht auf die Übermittlung von Fachwissen legt, jedoch mehr auf die Methoden des Vorgehens.“
  • Aktive Mitarbeit: Jugendliche sollen an realen Problemlösungsprozessen in gemischten Teams mit Fachleuten teilnehmen. „Ein weiterer Vorschlag wäre derjenige, dass man versuchen sollte, noch nicht fertig ausgebildete Jugendliche an konkreten Problemlösungssituationen teilnehmen zu lassen im Sinne einer aktiven Mitarbeit zusammen mit ausgebildeten Fachkräften.“
  • Wechselseitiger Lernprozess: Nicht nur Schüler lernen von Erwachsenen, sondern auch umgekehrt (sokratischer Ansatz).
  • Sinnhaftigkeit: Jugendliche bekommen wieder einen Sinn, weil sie gebraucht werden.
  • Reduktion der Polarisierung: Die gemeinsame Arbeit würde die Gegensätze zwischen Jung und Alt verringern und Rebellionen vorbeugen. „Ausserdem würde mit diesem Vorgehen der jetzt oft stattfindenden Polarisierung zwischen jung und alt etwas weniger Vorschub geleistet.“

4. Kernbotschaften

  • Die Jugend ist eine wichtige Quelle für Kreativität und Innovation.
  • Das aktuelle Bildungssystem und die Gesellschaft verhindern oft, dass diese Potenziale genutzt werden.
  • Es braucht eine grundlegende Umstrukturierung des Umfelds der Jugend, vor allem des Bildungssystems, um diese Probleme anzugehen.
  • Die Einbindung von Jugendlichen in aktive Problemlösungsprozesse kann zu einer besseren Zukunft führen.

Zusätzliche Überlegungen:

  • Das Referat ist aus dem Jahr 1983, aber die angesprochenen Themen sind immer noch relevant.
  • Die Vorschläge (z.B. die Betonung der Methodenkompetenz und der praktischen Mitarbeit) sind auch heute noch relevant.
  • Die Aussage, dass das Bildungssystem den Jugendlichen die Kreativität „verdirbt“, ist provokativ aber regt zum Nachdenken an.

Nächste Schritte:

  • Diskussion der Vorschläge im Gremium
  • Prüfung der Umsetzbarkeit der Vorschläge in der aktuellen Bildungspolitik.
  • Entwicklung einer konkreten Strategie zur Förderung der Kreativität und Innovation der Jugend.

Eltern mit ADHS/ADS

Transkription

Das Transkript eines Vortrags von Dr. med. Ursula Davatz zum Thema „Eltern mit ADHS/ADS“ fokussiert auf die genetische Vererbbarkeit von ADHS/ADS, betont aber gleichzeitig die entscheidende Rolle des sozialen Umfelds und der Erziehung. Davatz argumentiert gegen eine rein medizinische Sichtweise und plädiert für ein systemisches Verständnis, das die Interaktion zwischen Eltern und Kind berücksichtigt. Der Vortrag beinhaltet praktische Tipps für den Umgang mit ADHS/ADS-Kindern und -Eltern, mit Schwerpunkt auf emotionaler Regulation, Validierung der Gefühle des Kindes und Vermeidung von Machtkämpfen. Schliesslich wird die Bedeutung der Selbstreflexion der Eltern und der Förderung der kindlichen Persönlichkeitsentwicklung hervorgehoben, um ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen.

Kompetition zwischen verschiedenen Helfersystemen in der Schweiz

Gemäss dem Text herrscht in der Schweiz eine Konkurrenz zwischen den verschiedenen Helfersystemen, da jedes System seine Vorherrschaft über den Patienten oder das Familiensystem behaupten will. Dies führt zu einem Machtkampf zwischen Medizinern, Juristen, Sozialhelfern und Pädagogen sowie zwischen ambulanten und stationären Systemen.

Diese Konkurrenzsituation wird als «Feudalkrieg» zwischen den Helfersystemen beschrieben. Obwohl alle Beteiligten meinen, das Beste für den Patienten, das Kind und die Familie zu wollen, entsteht ein Machtkampf, der viel Geld kostet, Ressourcen vernichtet und dem Familiensystem und dem Patienten zusätzlich schadet.

  • Helfersysteme sind vielfältig: Der Sozialstaat Schweiz verfügt über zahlreiche Helfersysteme, die zum Einsatz kommen, wenn das natürliche Familiensystem versagt und ein oder mehrere Individuen Schaden erleiden.
  • Verschiedene Wertsysteme: Jedes Helfersystem hat seine eigenen Glaubensbekenntnisse und Wertsysteme, nach denen es denkt und handelt.
  • Hierarchische Strukturen: Medizinische und juristische Systeme sind hierarchisch aufgebaut.
  • Gesetzesgrundlagen: Sozialversicherungssysteme entscheiden auf Basis von Gesetzen über materielle Unterstützung.
  • Individuelle Unterstützung: Psychosoziale und ambulante Modelle bieten individuelle Unterstützung im Alltag.
  • Pädagogische Modelle: Pädagogische und sozialpädagogische Modelle zielen auf die Erziehung zur Gesundheit oder zum sozialen Wohlverhalten ab.
  • Systemischer Ansatz: Das Angebot der HotA basiert auf einem systemisch-familientherapeutischen Ansatz, der das gesamte Familiensystem betrachtet.
  • Anpassung der Patienten: Patienten und Familien passen sich oft den verschiedenen Systemen an, um Konflikte zu vermeiden oder das Maximum herauszuholen. Dies wird von den Helfersystemen jedoch oft als Manipulation wahrgenommen.

Die mangelnde Zusammenarbeit der Helfersysteme führt dazu, dass die Patienten oder Familien die Schuld für das schlechte Funktionieren der Hilfeleistung erhalten, obwohl es die Helfersysteme sind, die sich gegenseitig ausspielen lassen. Die Hilfesuchenden optimieren ihr Verhalten lediglich, um in dieser Situation zurechtzukommen.

https://ganglion.ch/pdf/Kompetition_Kooperation_21.Mai%202019.pdf

Herausforderungen im Umgang mit Eifersucht leiblicher Eltern gegenüber professionellen Betreuern

Eifersucht seitens der leiblichen Eltern gegenüber professionellen Betreuern kann zu verschiedenen Herausforderungen führen.

  • Schuldgefühle der leiblichen Eltern, insbesondere der Mütter, die ihr Kind in fremde Obhut geben müssen, können ein Problem darstellen.
  • Wenn eine professionelle Betreuerin andere Vorstellungen hat, wie mit dem Kind umzugehen ist, oder sogar besser mit dem Kind zurechtkommt, kann dies Eifersucht bei den leiblichen Eltern auslösen. Dies kann insbesondere bei der Mutter der Fall sein.
  • Diese Eifersucht kann die professionelle Betreuerin verunsichern, was dazu führen kann, dass sie Distanz zum Kind aufbaut. Das Kind nimmt diese Reaktion jedoch sofort wahr und ist ebenfalls verunsichert, was die Betreuung massiv erschwert.
  • Versucht die Betreuerin die Mutter zu belehren, kann dies die Mutter weiter verunsichern, was sich negativ auf das Kind auswirkt. Eine verunsicherte Mutter ist weniger in der Lage, dem Kind Halt zu geben und schränkt sein Explorationsverhalten ein.
  • Kommt es zu einem Kompetenzstreit zwischen Betreuerin und Eltern, gerät das Kind in einen Loyalitätskonflikt, was sehr schädlich für seine gesunde Entwicklung ist. Dies kann zu gegenseitigen Belehrungen darüber führen, wer das Kind besser kennt und was gut für es ist.
  • Es ist wichtig zu beachten, dass es nicht die eine absolut richtige Erziehung für jedes Kind gibt. Auch wenn eine Haltung gut gemeint ist, muss sie nicht gut für das Kind sein.
  • Die Herausforderung besteht darin, dass das Kind zwei voneinander emotional unabhängige Bezugspersonen benötigt, die weder eng miteinander verbunden noch im Streit miteinander sind.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, sollten folgende Punkte beachtet werden:

  • Die Betreuerin sollte nicht auf Distanz zum Kind gehen, um die Eifersucht der Mutter zu besänftigen, sondern den Umgang mit dem Kind beibehalten.
  • Es sollte auch keine Distanz zur Mutter aufgebaut werden. Vielmehr sollte die Nähe zur Mutter gesucht und Konflikte angesprochen werden.
  • Die Betreuerin sollte nicht psychologisieren oder belehren, sondern aus ihrer eigenen Position heraus die Situation schildern.
  • Den Eltern sollte klar vermittelt werden, dass sie die Eltern bleiben und als solche respektiert werden. Sie sind und bleiben die wichtigsten Bezugspersonen für ihr Kind.
  • Unterschiedliche Haltungen sollten respektiert und stehen gelassen werden. Es ist wichtig, voneinander zu lernen, anstatt zu konkurrieren.
  • Gute Erlebnisse mit dem Kind sollten ausgetauscht werden, aber eine kumpelhafte Nähe zu den Eltern vermieden werden. Die Betreuerin sollte eine professionelle Distanz zu den Eltern bewahren.
  • Negative Erlebnisse mit dem Kind sollten selbst gelöst und die Eltern nicht damit belastet werden. Allenfalls kann man die Eltern fachlich um ihre Meinung fragen, wie sie mit solchen Situationen umgehen.

Durch diese Massnahmen kann eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Eltern und Betreuern gefördert und die bestmögliche Entwicklung des Kindes unterstützt werden.

https://ganglion.ch/pdf/Naehe%20und%20Distanz%20Vortrag%2016.01.2018.pdf

 

Substance Abuse

Transkription

The audio recording of a presentation by Dr.med. Ursula Davatz from 3.12.2023 deals with substance abuse in the work context. Davatz first explains the mode of action of addictive substances as rapid emotion regulators that cause addiction by establishing reflexive problem-solving strategies in the emotional brain. The second part presents a communicative approach to intervention in the workplace based on emphatic listening and targeted questions rather than moral condemnations or punishments. The goal is not immediate abstinence, but a learning process that encourages reflection and alternative coping strategies to overcome substance use as a coping strategy.

Fidgeter

Transkription

The transcript of a Q&A podcast with Dr. Ursula Davatz, a psychiatrist with 40 years of experience in ADHD research and therapy, and Rahel Lenz addresses common questions about ADHD in adults. The differences between ADD and ADHD are explained, the question of the “outgrowth” of ADHD is answered (ADHD as a neurotype, not a disease) and the handling of ADHD in a social context is discussed, including criticism of the trivialization and hype surrounding ADHD. Finally, the podcast deals with diagnosis (rejection of self-diagnosis, focus on counseling instead of clarification), the role of school and the environment for ADHD sufferers, as well as dealing with medication such as Ritalin and the influence of cannabis. The podcast emphasizes the importance of advising the environment, especially parents, in order to provide ADHD sufferers with the best possible support.

Kids can spot a fake a mile away

Transkription

The transcript of a lecture by Dr. med. Ursula Davatz deals with the challenges of adolescent psychiatry in the digital age. Davatz describes frustration, disappointment and lack of motivation in adolescents, which she sees as the result of a failed puberty in a complex environment: Overwhelmed by high expectations from parents and society, inundation by media, and a school system that lags behind digital developments. The doctor advocates a personalized, relationship-oriented education that focuses on understanding the individual rather than standardized approaches, and “teasing” as a method of communication rather than direct confrontation. Finally, she emphasizes the importance of working with parents and the young person’s network to enable a healthy development process.