Die Rolle der Interaktion in der Entwicklung von Jugendlichen

Die Interaktion spielt eine zentrale Rolle in der Entwicklung von Jugendlichen, wie Dr.med. Ursula Davatz in ihren Ausführungen betont. Sie hebt hervor, dass der Mensch ein soziales Wesen ist und immer in Interaktion mit seinem Umfeld steht. Fehlerhafte Interaktionen können zu Problemen in der Entwicklung führen, während positive Interaktionen die Persönlichkeitsbildung und das Wohlbefinden fördern.

Interaktionsfehler als Ursache für Probleme:

Dr.med. Ursula Davatz sieht in gestörten Interaktionen eine der Hauptursachen für die Entstehung von psychischen Problemen bei Jugendlichen. Sie weist darauf hin, dass Jugendliche, die in ihrer Interaktion mit dem Umfeld Schwierigkeiten haben, oft Symptome wie Motivationslosigkeit, Rückzug oder extremes Verhalten zeigen.

Beispiele für Interaktionsfehler:

  • Mangelnde Wahrnehmung und Wertschätzung: Jugendliche, die sich nicht gesehen und wertgeschätzt fühlen, können sich zurückziehen oder rebellieren.
  • Überbehütung und Kontrolle: Helikoptermütter, die ihre Kinder ständig kontrollieren und ihnen keine Freiräume lassen, verhindern, dass die Jugendlichen Selbstständigkeit und Eigenverantwortung entwickeln.
  • Defizitorientierung und Kritik: Ein Fokus auf Fehler und Schwächen demotiviert Jugendliche und kann ihr Selbstwertgefühl schädigen.

Bedeutung positiver Interaktionen:

Positive Interaktionen, die auf Wertschätzung, Empathie und Respekt basieren, sind hingegen entscheidend für eine gesunde Entwicklung. Dr. Davatz betont, dass Jugendliche klare und authentische Bezugspersonen brauchen, die ihnen auf Augenhöhe begegnen und sie in ihrer Individualität respektieren.

Konkrete Handlungsempfehlungen:

Dr.med. Ursula Davatz gibt konkrete Handlungsempfehlungen, wie man die Interaktion mit Jugendlichen verbessern kann:

  • Wahrnehmung und Empathie: Sich Zeit nehmen, den Jugendlichen wirklich kennenzulernen und zu verstehen, was ihn bewegt.
  • Bedürfnisorientierte Kommunikation: Die Bedürfnisse des Jugendlichen erkennen und ernst nehmen.
  • Kooperation statt Gehorsam: Den Jugendlichen in Entscheidungen einbeziehen und ihm die Möglichkeit geben, sich aktiv an der Lösung von Problemen zu beteiligen.
  • Authentizität und Klarheit: Ehrlich und aufrichtig mit dem Jugendlichen kommunizieren und eigene Bedürfnisse klar und respektvoll äußern.
  • Stärkung des Selbstwertgefühls: Den Jugendlichen in seinen Stärken und Ressourcen bestärken.
  • Fokus auf die „Herzensebene“: Eine emotionale Verbindung zum Jugendlichen aufbauen und ihm zeigen, dass man ihn mag und respektiert.

Bedeutung der Gruppendynamik:

Dr.med. Ursula Davatz weist außerdem auf die Bedeutung der Gruppendynamik für die Interaktion von Jugendlichen hin. Sie betont, dass insbesondere in der Schule ein Bewusstsein für die sozialen Prozesse innerhalb der Gruppe geschaffen werden muss, um Mobbing und Ausgrenzung zu verhindern. Eine positive Gruppendynamik, die von Empathie und gleichem Redeanteil geprägt ist, fördert hingegen die Zusammenarbeit und das Wohlbefinden aller.

Fazit:

Die Interaktion mit Bezugspersonen spielt eine entscheidende Rolle in der Entwicklung von Jugendlichen. Positive Interaktionen, die auf Wertschätzung, Empathie und Respekt basieren, stärken das Selbstwertgefühl, fördern die soziale Kompetenz und tragen zu einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung bei.

https://ganglion.ch/pdf/Jugend.m4a.pdf

Negative Einflüsse moderner Medien auf Jugendliche

Dr.med. Ursula Davatz beleuchtet in ihren Ausführungen verschiedene negative Einflüsse der heutigen Medien, insbesondere auf junge Menschen in der Pubertät:

  • Ablenkung von der Persönlichkeitsentwicklung: Die ständige Verfügbarkeit von Unterhaltung und Ablenkung im Internet führt dazu, dass sich Jugendliche weniger mit sich selbst auseinandersetzen. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Person ist aber essentiell für die Persönlichkeitsbildung, die in der Pubertät stattfindet.
  • Suchtpotenzial: Dr. Davatz vergleicht die heutige Medienlandschaft mit „Fast Food“. Die Angebote sind darauf ausgelegt, die Aufmerksamkeit zu fesseln und schnelle Belohnung zu versprechen. Das birgt die Gefahr der Internetsucht und kann zu einem Teufelskreis führen, in dem Jugendliche immer mehr Zeit online verbringen und immer weniger Interesse an der realen Welt haben.
  • Verweichlichung und mangelnde Vorbereitung auf die Arbeitswelt: Durch die Überbehütung durch „Helikoptermütter“ und die ständige Verfügbarkeit von Unterhaltung werden Jugendliche „verwöhnt und verweichlicht“. Dr. Davatz sieht darin einen grossen Gegensatz zur kompetitiven Arbeitswelt, auf die viele Jugendliche nur unzureichend vorbereitet sind.
  • Abstumpfung der Reizschwelle: Die ständige Konfrontation mit sensationellen und oft gewaltvollen Inhalten führt zu einer Abstumpfung der Reizschwelle. Jugendliche finden „normale“ Dinge schnell langweilig und suchen immer extremere Reize.
  • Oberflächlichkeit und Konsumorientierung: Die Medienwelt ist stark von Werbung und Konsum geprägt. Jugendliche werden ständig mit Botschaften konfrontiert, die ihnen suggerieren, dass Glück und Erfolg durch Konsum erreicht werden können. Dies kann zu einer oberflächlichen Lebenseinstellung und einem Mangel an tiefergehenden Interessen führen.
  • Schwächung sozialer Kompetenzen: Die intensive Mediennutzung kann zu einer Vernachlässigung sozialer Kontakte und einer Schwächung sozialer Kompetenzen führen. Jugendliche, die viel Zeit online verbringen, haben oft Schwierigkeiten, im realen Leben Beziehungen aufzubauen und zu pflegen.

Dr.med. Ursula Davatz sieht in der Kommerzialisierung der Medien und dem Fokus auf schnelle Reize und Belohnung eine grosse Gefahr für die Entwicklung von Jugendlichen. Sie appelliert an Eltern und Lehrpersonen, den Jugendlichen Alternativen aufzuzeigen und ihnen zu helfen, einen gesunden Umgang mit den Medien zu entwickeln.

Es ist wichtig zu erwähnen, dass Dr.med. Ursula Davatz nicht alle Medien per se verteufelt. Sie räumt ein, dass digitale Medien auch positive Seiten haben können, zum Beispiel im Bereich der Informationsbeschaffung und Kommunikation. Entscheidend ist aus ihrer Sicht, dass Jugendliche lernen, Medien reflektiert und bewusst zu nutzen und sich nicht von ihnen beherrschen zu lassen.

https://ganglion.ch/pdf/Jugend.m4a.pdf

Vernetzungsanlass für Betreuerinnen Vorstand und Interessierte

Dachverband Tagesstrukturen Mittagstisch Aargau

Vernetzungsanlass für Betreuerinnen, Vorstand und Interessierte

Datum: Donnerstag, 11. Mai 2017

Zeit: 19.00 – 21.00h

Ort: Roter Turm Saal, Baden

PDF Vortrag zum Runterladen: dtma Vortrag 11.05.2017

Projekt Früherkennung und Frühförderung bei Kindern und Jugendlichen

Wie können wir von Seiten Betreuungsinstitutionen frühzeitig erkennen, ob ein Kind gefährdet ist und wie handeln wir richtig?

Frau Dr. U. Davatz setzt sich für die Früherkennung und Frühintervention bei gefährdeten Kindern und Jugendlichen ein und unterstützt unter anderem Gemeinden und Institutionen.

An diesem Workshop erstellt Frau Davatz zusammen mit den Teilnehmerinnen ein Gesamtbild der Fallsituation und hinterfragt Strukturen. Sie zeigt auf, wer als Helfer in Frage

kommt, wer eventuell bei der Betrachtung vergessen wurde und wo angesetzt werden kann.

Falls Sie in Ihrer Gemeinde oder in Ihrer Betreuungsinstitution ein Fallsbeispiel kennen, welches Sie gerne anonym einbringen würden, so können Sie dieses direkt an info@dtma.ch einreichen.

Zur Anmeldung: DTMA 2017-05-11 Einladung Vernetzungsanlass

Umgang mit Abwertungen, Verletzungen, Ohnmachtsgefühlen bei ADHS Betroffenen Kindern und Jugendlichen

Viele Eltern mit ADHS-betroffenen Kindern und Jugendlichen sind oft  verunsichert und gleichzeitig hin und her gerissen, wenn es um das Thema Umgang mit Abwertungen geht. Einerseits haben Eltern und andere Bezugspersonen Verständnis für das Verhalten betroffener Kinder, da sie sich bereits ein grosses Wissen angeeignet haben. Andererseits wollen sie diese Ausbrüche nicht einfach tolerieren. Die Referentin geht der Frage nach, wie Erwachsene auf psychische und körperliche Gewalt dieser Kinder reagieren sollen. Im Weiteren zeigt sie auf, wie sich Eltern und Bezugspersonen auf gute Art mit den Kindern auseinandersetzen können, ohne in einen zerstörerischen Teufelskreis zu geraten oder die Persönlichkeit der Kinder abzuwerten als böse. Es steht  genügend Zeit für Fragen und Austausch zur Verfügung.

21.3.2014 – Lenzburg, Walkenweg 19. Der Vortrag zum Anhören: –

Transkription

VORTRAG – Wie sag ich’s meinem pubertierenden Jugendlichen NICHT

Freizeit- und Jugendzentrum, 8610 Uster
02. Februar 2012

Einleitung

Die Kommunikation während der Pubertät ist eine delikate Sache,
denn der Jugendliche ist während dieser Entwicklungsphase
besonders empfindlich auf Kritik, Verletzungen, Ungerechtigkeit,
Schuldzuweisung, Befehlston und vieles mehr. Die Persönlichkeit
ist noch wie ein “rohes Ei“, d.h. noch gar nicht gefestigt. Sie ist in
Entwicklung begriffen und deshalb sehr störanfällig. Aus diesem
Grunde lohnt es sich als Eltern, bei der Kommunikation mit ihrem
Jugendlichen besonders achtsam zu sein.
Was sind die Hauptfehler, die gemacht werden?

Der Vortrag wird von der Referentin Frau Dr. med. Ursual Davatz aus Baden gehalten. Sie ist Psychiaterin, Psychotherapeutin und Familientherapeutin.

http://goo.gl/i5FKY

Zu allen Vorträgen, bitte hier klicken.

Jugendliche mit ADHS – Unterstützung im Übergang von der Schule ins Berufsleben

Unterstützung im Übergang von der Schule ins Berufsleben wurde am 23.10.2010 um 13.50 Uhr in Luzern gehalten.

Der Veranstalter war die elpos: Schweizerischer Elternverein for POS / ADHS-Betroffene Regionalverein Zentralschweiz.

Die Vortragsnotizen Jugendliche mit ADHS_23.10.2010 (PDF)

Vortrag anhören:

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